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Schleswig-Holstein Nabu: Abschuss von Wolf GW 924 notwendig
Nachrichten Schleswig-Holstein Nabu: Abschuss von Wolf GW 924 notwendig
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12:54 22.01.2019
Von Heike Stüben
Dieser Wolf lebe in einem Gehege. Für Wolf GW 924 in Schleswig-Holstein ist die Aussicht deutlich schlechter: Ihm droht der Abschuss. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Kiel

Die Juristen hatten die Auffassung vertreten, dass die wirtschaftlichen Schäden durch den Wolf bisher für einen Abschuss rechtlich nicht ausreichen. Fritz Heydemann vom Nabu-Landesvorstand ist hingegen überzeugt, dass eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss auch vor Gericht bestehen würde.

Der Wolf wird weitermachen

"Denn erstens ist hier ein Berufsschäfer betroffen, zweitens ist ein permanentes Wiederholen des Zaunüberwindens durch dieses Tier zu befürchten, wodurch dann tatsächlich "erhebliche landwirtschaftliche Schäden" zu erwarten sind", so Heydemann. Drittens müsse die Deichschäferei – in diesem Fall die Beweidung der Deiche an der Stör – aus Gründen der Deichsicherheit erhalten bleiben. Hier könne das Land also ein "überwiegendes öffentliches Interesse" geltend machen. "Und viertens besteht keine realistische Alternative, diesen Wolf vom Überwinden der Zäune und damit von weiteren Schafsrissen abzuhalten", sagt Heydemann.

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Interaktive Karte: Wolfssichtungen in Schleswig-Holstein

"Vergrämung ist illusorisch"

Auch Alternativen zum Abschuss, die zunächst ausgeschöpft werden müssen, sieht Heydemann nicht. Um das Tier von seinem Verhalten abzubringen, müsse es mehrfach mit Gummigeschossen vom Zaun vertrieben werden. Das sei illusorisch. Auch eine weitere Erhöhung von Zäunen hält Heydemann nicht für erfolgreich. "Denn wenn er im Sprung – also in der Luft und ohne Erdkontakt – den Zaun berührt, erhält er ja keinen Stromschlag." Für den Nabu steht damit fest, dass "der Abschuss dieses und nur dieses Wolfes - leider erforderlich ist".

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