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Schleswig-Holstein Regen lässt Bauern aufatmen
Nachrichten Schleswig-Holstein Regen lässt Bauern aufatmen
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00:00 08.12.2018
Wasser tropft aus einer Regenrinne in eine Regentonne. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Lübeck/Kiel

Nach dem Dürre-Sommer zeichnet sich für die Landwirte in Schleswig-Holstein eine vorsichtige Entspannung ab. Die Bestellbedingungen seien gut gewesen, so dass die meisten Bestände gut entwickelt in den Winter gingen, sagte die Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Daniela Rixen. Es gebe zwar regionale Unterschiede, doch im Großen und Ganzen sei nach der Aussaat von Raps und Winterweizen ausreichend Regen gefallen, sagte sie. Auch Ludwig Hirschberg vom Bauernverband Schleswig-Holstein ist mit dem Wetterverlauf im Herbst zufrieden. Es habe Regen gegeben, wenn er gebraucht wurde, sagte er.

"Im Vergleich zum Herbst 2017 hatten wir in diesem Jahr gute Bedingungen für die Bestellung der Felder. Wir konnten die Wintersaat zu optimalen Terminen ausbringen und hatten nach der Saat ausreichende Niederschläge", sagte Hirschberg. Im Herbst 2017 waren die Böden wegen des vielen Regens so aufgeweicht, dass eine Bestellung von Wintergetreides und Raps oft nicht möglich war. 

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"Im Südosten Schleswig-Holsteins etwa ist der Raps verkümmert"

"In diesem Herbst waren die Böden zwar wegen der Trockenheit im Sommer extrem hart und verdichtet, aber die Bedingungen für die jungen Pflänzchen waren gut", sagte Hirschberg. Der Landwirt aus Perdöl im Kreis Plön ist Vorsitzender des Fachausschusses für Getreide des Landesbauernverbandes und baut auf seinem 900 Hektar großen Betrieb Raps, Weizen, Gerste, Mais und Zuckerrüben an.

"Das Problem der Landwirte ist, dass sie Regen, Kälte oder Wärme zu ganz bestimmten Zeiten im Produktionsprozess brauchen. Wenn die Natur dann nicht mitspielt, haben wir Bauern ein Problem", erläuterte Hirschberg. Dadurch entstehe oft der Eindruck, dass Landwirte mit dem Wetter nie zufrieden sind. "Außerdem gibt es ja auch große regionale Unterschiede. Im Südosten Schleswig-Holsteins etwa ist der Raps verkümmert, weil der Regen nach der Aussaat fehlte", sagte er.   

Im November 2018 fielen in Schleswig-Holstein 25 Liter Regen pro Quadratmeter

Diese Einschätzung teilt auch die Landwirtschaftskammer. "In den meisten Regionen Schleswig-Holsteins hatten Raps und Getreide gute Startbedingungen und auch beim Grünland hat sich die Lage im Vergleich zum Sommer entspannt", sagte Rixen

Allerdings ist auch der November noch deutlich trockener als die Vergleichsmonate der Vorjahre. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen im November 2018 in Schleswig-Holstein 25 Liter Regen pro Quadratmeter, im November 2017 waren es 95 Liter. Das vieljährige Mittel liegt bei 83 Litern. 

Jetzt blicken Hirschberg und seine Kollegen gespannt auf das Wetter der nächsten Monate. «Normalerweise fallen in Schleswig-Holstein zwischen November und März insgesamt zwischen 200 und 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Mit dieser Menge kämen die Pflanzen gut zurecht», sagte er. 

Klicken Sie hier, um Fotos von einer Demonstration gegen Wölfe am 5. November zu sehen.

Von RND/dpa

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