Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Auch DGB-Mitglieder sind verunsichert
Nachrichten Schleswig-Holstein Auch DGB-Mitglieder sind verunsichert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:07 29.08.2019
Von Christian Hiersemenzel
Frank Hornschu, Vorsitzender DGB Kiel Region: "Ein Gewerkschafter arbeitet wie ein Rechtsanwalt oder wie ein Pastor." Quelle: Frank Peter

Herr Hornschu, als Gewerkschafter sind Sie für Menschen im Berufsleben so etwas wie ein Anwalt. Welche Vertraulichkeit können Sie bieten?

Uneingeschränkt – ein Gewerkschafter arbeitet wie ein Rechtsanwalt oder wie ein Pastor. Die absolute Vertraulichkeit in der Frage der Interessensvertretung ist für unsere Mitglieder eminent wichtig.

Lesen Sie auch

Auch interessant:

Polizisten im Visier der Ermittler: Razzia bei der DPolG

Beamtenbund "irritiert" von Durchsuchungen bei der DPolG

Geheimer Buß-Bericht: LKA sucht den Whistleblower

Buß-Bericht zur Rocker-Affäre: Waren die Minister ahnungslos?

Was passiert also, wenn bei Ihnen die Staatsanwaltschaft einmarschiert, um Computer und Dokumente mitzunehmen?

Mit den Freiheitsrechten muss man sehr verantwortungsvoll umgehen. Ich gehe fest davon aus, dass die Judikative, der wir uneingeschränkt vertrauen, mit den Daten und Informationen allerhöchstvertraulich umgeht. Es geht hier um Menschen, die den Schutz schlichtweg brauchen. Ein Verfassungsorgan darf das nicht in Frage stellen. Niemals.

Sie pflegen von Berufs wegen Kontakte zu Medien. Rechtfertigt das einen Anfangsverdacht?

Grundsätzlich nein. Aber es gibt Sachverhalte, die hochsensibel sind. Ich kann nicht einfach irgendwas durchstechen. Man muss mit den Freiheitsrechten verantwortlich umgehen. Ich kann nicht einfach machen, was ich will.

Sind Ihre Mitglieder durch den aktuellen Fall der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG verunsichert?

Ja, die Verunsicherung ist vorhanden. Wir erhalten streng vertrauliche Informationen, die wir zum Teil auch dokumentieren müssen. Bei der Mitgliederanzahl kann man ja nicht alles im Kopf behalten. Und die Kolleginnen und Kollegen müssen sich natürlich darauf verlassen, dass dies alles absolut safe ist.

Alles andere wäre für Ihre Arbeit kontraproduktiv.

Dann hätten die Betroffenen, die sich ja in einer Notlage befinden, überhaupt keine Anlaufstelle mehr.

Zum Thema

Lesen Sie auch:

Das steht im vertraulichen Buß-Bericht

Buß-Bericht offenbart: Polizei-Chef vom Freund ins Amt gehievt

Einen Leitartikel von Christian Longardt zum ungeschwärzten Buß-Bericht finden Sie hier.

Der Beamtenbund hat die Durchsuchungen bei der Deutschen Polizeigewerkschaft scharf kritisiert. Der Landesbundvorsitzende Kai Tellkamp sprach am Donnerstag von erheblichen Eingriffen in die Gewerkschaftsarbeit und die Privatsphäre eines Gewerkschafters.

29.08.2019

Arbeiter auf einer dänischen Bohrplattform haben in der Nordsee einen Riesenhai entdeckt. Der Cetorhinus maximus ist dort heimisch, wird aber nicht sehr häufig gesichtet. Der Riesenhai gilt laut Naturschutzunion IUCN als gefährdet.

29.08.2019

Das Landesverfassungsgericht hat den Rauswurf der Abgeordneten Doris von Sayn-Wittgenstein aus der AfD-Landtagsfraktion im Dezember 2018 für rechtens erklärt. Fraktionschef Jörg Nobis begrüßte die Entscheidung und forderte die inzwischen parteilose Abgeordnete auf, ihr Landtagsmandat aufzugeben.

Ulf Billmayer-Christen 29.08.2019