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Schleswig-Holstein Polizei sperrt A7 für Beweismittelsuche
Nachrichten Schleswig-Holstein Polizei sperrt A7 für Beweismittelsuche
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19:50 23.08.2017
Von Jonas Wirth
Mit Macheten durchkämmten die Einsatzkräfte den begrünten Mittelstreifen. Quelle: Markus Scholz/dpa
Rendsburg-Eckernförde

Immer wieder werfen Menschen Steine und andere Gegenstände von Autobahnbrücken, die Folgen sind oft verheerend. Ein besonders heimtückischer Fall ereignete sich am 20. Juli gegen Mitternacht an der A7 im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Ein unbekannter Täter hatte ein Seil um einen handballgroßen Stein geknotet und von einer Brücke gehängt, die bei Neu Duvenstedt über die A7 führt. Ein Autofahrer sah das Konstrukt und rief die Polizei. Diese war aber bereits vor Ort, um die Gefahr zu beseitigen.

Für einen Lkw kam sie allerdings zu spät: Der etwa handballgroße Stein prallte kurz vorher gegen seine Windschutzscheibe. Der Fahrer hatte Glück und wurde nicht verletzt, der Sattelzug kam einige hundert Meter später zum Stehen. Der Fahrer konnte in der regnerischen Nacht vermutlich keinen Schaden an seinem Fahrzeug feststellen und fuhr deswegen weiter, ohne die Polizei zu informieren. Zwei Tage zuvor und im Februar 2016 gab es bereits ähnliche Fälle an der gleichen Brücke, einen Zusammenhang schließt die Polizei nicht aus.

Stein-Angriffe werden als Mordversuch gewertet

Die Staatsanwaltschaft sieht die Stein-Angriffe als Mordversuch. Am Mittwochvormittag suchten deshalb rund 20 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Plön und der Mordkommission auf der A7 zwischen der Ausfahrt Rendsburg/Büdelsdorf und der Raststätte Hüttener Berge nach Hinweisen auf den Täter. In der Hoffnung, dass er beim Befestigen des Seils etwas verloren hat, durchkämmten sie mit Stäben und Macheten den begrünten Mittelstreifen. „Ein Kaugummi würde zum Beispiel schon reichen“, sagte Matthias Felsch, Sprecher der Polizei. Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen also. Die Polizei nehme aber jede Chance wahr, um an Hinweise auf den Täter zu kommen. Die Bilanz der knapp vier Stunden Sucharbeit: mehrere Gegenstände, die möglicherweise mit dem Täter in Verbindung stehen.

Um die Funde zu bewerten, sei es aber noch zu früh, so ein Sprecher der Polizei. Auf beiden Seiten der Autobahn wurde die Überholspur für knapp drei Stunden gesperrt. In Minutenschnelle stockte der Verkehr, es bildeten sich rund fünf Kilometer lange Staus. „Eine solche Sperrung der Autobahn für Ermittlungen ist nicht gerade eine alltägliche Situation“, sagte Felsch über die Suchaktion.

Eines steht jedoch fest: „So eine Aktion wie dieser Steinangriff ist kein Spaß, sondern lebensgefährlich“, so der Polizeisprecher. „Jeder, dem mal ein Vogel in die Windschutzscheibe geflogen ist, weiß, wie grausig sich das anfühlen muss.“

LKW-Fahrer auf der A7 hatte Glück

Der Lkw-Fahrer auf der A7 hatte Glück, viele ähnliche Fälle endeten tödlich. So zum Beispiel im August 2016 in Dänemark für eine Mutter aus Recklinghausen, auf deren Auto ein Täter eine schwere Betonplatte fallen ließ. Die Steinwürfe gelten mindestens als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, können also mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Ob eine Attacke als versuchter Mord eingestuft wird, hängt von der Bewertung der Staatsanwaltschaft ab. Im Fall auf der A7 waren die nötigen Merkmale aber gegeben, um dem Täter eine Tötungsabsicht zu unterstellen.

Hinter der aufsehenerregenden Suchaktion der Polizei steht eine weitere Absicht: Mögliche Zeugen sollen auf den Vorfall aufmerksam gemacht werden. „Wir suchen außerdem noch immer nach dem betroffenen Lkw-Fahrer“, so Felsch. Die Polizei hofft, so auch weitere Geschädigte zu finden. Oft gingen Autofahrer nicht sofort von einem Angriff, sondern von einem normalen Steinschlag aus und meldeten sich deswegen nicht bei der Polizei, so der Pressesprecher. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0431/160-3333 entgegen.

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