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Schleswig-Holstein GdP kritisiert freie Fahrt auf der A7
Nachrichten Schleswig-Holstein GdP kritisiert freie Fahrt auf der A7
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12:50 14.08.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Ein Jaguar-Fahrer verlor bei starkem Regen die Kontrolle über sein Auto. Das Fahrzeug krachte auf der A7 bei Quickborn gegen drei andere Fahrzeuge. Sieben Menschen wurden verletzt, einer schwer. Quelle: Danfoto/Daniel Friederichs
Neumünster/Quickborn

Bei starkem Regen sind am Dienstagnachmittag sieben Menschen bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 bei Quickborn (Kreis Pinneberg) verletzt worden. Der Fahrer eines Luxuswagens soll mit sehr hohem Tempo auf dem linken Fahrstreifen unterwegs gewesen sein, als sich plötzlich eine dichte Regenwand auftat, wie die Polizei mitteilte. Sein Sportwagen kam ins Schleudern und kollidierte mit drei Autos auf dem Mittelstreifen. Die A7 musste deshalb für mehrere Stunden gesperrt werden.

Nicht der erste Unfall laut Regionalgruppe Schleswig-Holstein Mitte der Gewerkschaft der Polizei (GdP): Der Juni 2019 sei der Monat mit den meisten Verletzten bei Unfällen auf der Autobahn seit der Statistikführung des Autobahnreviers Neumünster, hieß es in einer Mitteilung. Die GdP verweist in dem Zusammenhang auf die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung Anfang Juni.

GdP: Verkehrsbeeinflussungsanlage fehlt auf der A7

Kritik wird auch noch anderweitig laut: "Es wurde beim Ausbau der A7 auf drei Fahrspuren schlichtweg versäumt, eine Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) zu installieren. Sie kann vor Gefahrenstellen oder Staus warnen oder die Geschwindigkeit drosseln", heißt es weiter.

Lesen Sie auch: Grüne Schleswig-Holstein für Tempolimit auf der A7

Der GdP-Vertrauensmann des Autobahnreviers Neumünster, Yannick Porepp, sagt: „Dadurch hätten vermutlich einige Auffahrunfälle auf ein Stauende verhindert werden können, bei denen es bereits viele zum Teil schwer verletzte Personen gab.“

Selbst erfahrene Kollegen haben Angst

Für die Autobahnpolizei Neumünster hätte sich durch den Ausbau der A7 auf drei Spuren auch die Arbeit verändert. Den Verkehr bei einer Gefahrensituation aufzustauen oder einen Verkehrsunfall aufzunehmen, sei mit einem Streifenwagen kaum mehr zu gewährleisten.

„Selbst erfahrene Kolleginnen und Kollegen haben mittlerweile Angst, mit nur einem Streifenwagen zu Gefahrenstellen auszurücken. Teilweise sind die Situationen lebensgefährlich“, sagt Porepp.

GdP fordert mehr Polizisten für die Autobahnpolizei

Die GdP fordert deshalb eine Aufstockung des Personals: „Die Dienststelle ist mit dem zugewiesenen Personal nicht im Entferntesten in der Lage, ihre Aufgaben zu erledigen. Wenn Aufgaben deswegen nicht mehr wahrgenommen werden können oder sollen, ist es das eine. Wenn aber die eingesetzten Menschen sehenden Auges in gefährliche Situationen entsandt werden, ist das nicht mehr hinnehmbar“, sagt Ulrich Bahr, Vorsitzender der Regionalgruppe Schleswig-Holstein Mitte.

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