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Schleswig-Holstein Die neue Liebe zur Biene
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10:15 09.03.2020
Von Heike Stüben
Im Süden und in der Mitte Deutschlands sammeln die Bienen schon jetzt fleißig Nektar. Quelle: Frank Rumpenhorst
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Schwentinental

Sven Petersen ist Imker aus Leidenschaft. Schon als Kind hat er die Geschichten vom Opa, dem Imker, gehört und früh den Wunsch gehabt: Ich will Imker werden. Als junger Mann war der heute 53-Jährige der einzige im Land, der den Beruf erlernt hat. Korrekt heißt der: Tierwirt, Fachrichtung Bienenhaltung. Seit das Artensterben thematisiert wird, sei das Interesse am Bienenschutz und auch an der Imkerei ungeheuer gewachsen, erzählt Petersen.

Naturnahes Imkern: Verzicht auf künstliche Zucht

Bienen bilden einen faszinierenden Organismus. In dem hochkomplexen System sind die Aufgaben optimal aufeinander abgestimmt. Ich wollte schon immer diesen Organismus begreifen und die Bienen so naturnah wie möglich halten“, sagt Sven Petersen. „Auch wenn die Bienen in der Obhut eines Menschen sind, organisieren sie im besten Fall ihr Leben vollständig selbst.“

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Aber wie funktioniert das? Petersen setzt zum Beispiel auf natürliche Vermehrung: Er verzichtet auf die künstliche Zucht der Königin und nutzt stattdessen den Schwarmtrieb der Bienen. Bei der Honigernte lässt er immer einen Teil als Winterfutter im Bienenstock. Die Bienenkästen sind aus unbehandeltem Holz, und die Bienen sind das ganze Jahr über an einem festen Standort, von dem aus sie eine natürliche, artenreiche Flora erreichen.

Imker brauchen Respekt und Zeit

„Bei der naturnaher Bienenhaltung versuchen wir, dass die Lebensbedingungen möglichst weit denjenigen in der freien Natur entsprechen. Solch’ eine alternative Haltung stößt jetzt auf immer mehr Interesse“, sagt Petersen. Dabei sei der Begriff „naturnah“ noch gar nicht fest definiert. „Wir Imker können unsere Leitlinien selbst erarbeiten und sie mit jeder neuen Erkenntnis über die Bienen weiterentwickeln – das ist das Spannende daran.“

Allerdings erlebt der Imker auch immer wieder, dass sich junge Imker das Hobby weniger anspruchsvoll vorstellen. „So mancher gibt nach dem ersten Verlust eines Volkes leider wieder auf.“ Man brauche nicht nur eine respektvolle Grundhaltung den Bienen gegenüber, sondern eben auch Zeit. Deshalb sei die Vernetzung Gleichgesinnter wichtig: Dann kann man sich nicht nur bei Fragen gegenseitig helfen, sondern auch in Urlaubszeiten vertreten.

Einführungskurse für naturnahes Imkern

Eine realistische Sichtweise auf die Bienen und die Imkerei vermittelt Petersen deshalb nicht nur jedes Jahr rund 700 Kindern in der „mobilen Imkerschule“ des Landesverbandes, sondern auch Erwachsenen in Kursen.
Der nächste Einführungskurs für das naturnahe Imkern findet am kommenden Wochenende, 14. und 15. März, jeweils vom 10 bis 15 Uhr statt. Informationen dazu gibt Sven Petersen unter Telefon 04307/939922, www.imkerkurse-kiel.de, info@imkerkurse-kiel.de

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