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Schleswig-Holstein Neue Drohmail nach Festnahme aufgetaucht
Nachrichten Schleswig-Holstein Neue Drohmail nach Festnahme aufgetaucht
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19:49 08.04.2019
Foto: 2019 häuften sich die Bombendrohungen - auch in Schleswig-Holstein.
2019 häuften sich die Bombendrohungen deutschlandweit - auch in Schleswig-Holstein gab es Fälle. Quelle: Carsten Rehder
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Halstenbek/Berlin

Seit Monaten sind deutsche Politiker, Gerichte, Behörden und Institutionen Ziel von Gewaltdrohungen aus mutmaßlich rechtsextremen Kreisen. Am Sonnabend meldeten die Behörden einen Ermittlungserfolg. Bei einem 30-jährigen Tatverdächtigen in Halstenbek seien Beweise sichergestellt worden.

Weitere Drohmail nach Verhaftung aufgetaucht

Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen ist laut RBB jedoch eine weitere Drohmail aufgetaucht. Sie sei auch gegen die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers gerichtet, berichtete RBB24 am Montag.

Die Mail soll am Sonntagabend verschickt worden sein, also nachdem der Tatverdächtige bereits in U-Haft gesessen habe. Am Sonnabend hatte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft gesagt: „Nach dem bisherigen Stand hat er offenbar alleine gehandelt“. Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Verdächtige Komplizen hat.

Ein in der Mail ebenfalls angesprochener Kölner Rechtsanwalt sagte dem Magazin „Kontraste“ dagegen, er gehe von einem Netzwerk hinter den mehr als 200 bekannten Drohmails aus. Die E-Mail liege dem ARD-Magazin „Kontraste“ vor, hieß es. Eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Abend dazu, sie könne das nicht bestätigen. Ihr sei von so einer Mail nichts bekannt.

Halstenbeker soll Bombendrohungen per Mail verschickt haben

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein hatten am vergangenen Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Der 30-jährige Tatverdächtige aus Halstenbek sitzt seit Sonnabend in dem Bundesland in U-Haft. Da die Berliner Generalstaatsanwaltschaft federführend in dem Fall ist, sollte der Mann in eine JVA in Berlin überführt werden. Bisher sei er aber nicht in der Hauptstadt, sagte die Sprecherin. Wann er nach Berlin gebracht werde, könne sie nicht sagen.

Hier finden Sie nähere Informationen zu den Bombendrohungen 2019 in Schleswig-Holstein. 

Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte „Verfasser verschiedener Drohschreiben an Gerichte und andere Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg sein könnte“, hieß es am Wochenende.  Sie gingen den Angaben zufolge an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Gedroht wurde mit Bomben, aber auch mit Exekutionen auf offener Straße.

Bombendrohungen: Fälle unter anderem in Rendsburg und Kiel

In den unter anderem mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichneten E-Mails von April 2018 bis heute seien aus „offensichtlich rechtsextremistischer Motivation heraus Bombenanschläge auf die angeschriebenen Gerichte beziehungsweise Einrichtungen angekündigt worden“.

In Rendsburg musste nach einer Droh-Mail das Rathaus geräumt werden. In Kiel wurde ein Gericht geräumt, in Lübeck ein Bahnhof. Auch das Flensburger Rathaus war im März betroffen. Und: Auf der Bahnstrecke von Hamburg nach Kiel wurde ein Zug in Neumünster nach einer Bombendrohung evakuiert.

Aufregung am Freitagmorgen wegen Bombendrohung im Kieler Landgericht. Spürhunde der Polizei im Einsatz.

Von KN/dpa