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Schleswig-Holstein UKSH und Verdi vor dem Durchbruch?
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17:48 18.01.2020
Von Heike Stüben
"Mehr von uns ist besser für alle" - unter diesem Motto forderten Pflegekräften auch des UKSH immer wieder in Kiel eine feste Soll-Betzung in der Pflege. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

"Die Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag Entlastung der Beschäftigten am UKSH stehen vor der entscheidenden Runde", erklärt Verdi-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt. Am Montag gehe man um 13 Uhr im Hotel Birke in Kiel in die 4. Verhandlungsrunde.

Es geht um rund 5000 Beschäftigte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein UKSH in Kiel und Lübeck, an der Ausbildungs-Akademie und im Zentrum für Integrative Psychiatrie ZIP. Die nichtwissenschaftlichen Beschäftigten klagen seit langem über zu wenig Personal und eine zu hohe Arbeitsverdichtung. Das neue Zentralklinikum habe keine Entlastung gebracht. Zum Teil müssten Pflegekräfte jetzt am Tag 13.000 Schritte auf der Station laufen – mehr als früher auf der Station.

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Pausen könnten nicht eingehalten, freie Tage nicht genommen werden. Immer wieder würden Mitarbeiter aus dem Frei geholt werden, weil anders der Betrieb nicht aufrecht zu erhalten sei. Und trotzdem müssten Betten gesperrt werden. Außerdem fehle die Kapazität für die notwendige Praxisanleitung der Azubis. Eine Abordnung der Beschäftigten hatte die Situation kürzlich auch dem Sozialausschuss des Landtages vorgetragen. 

Verdi erhöht Druck vor Verhandlungsrunde

Verdi fordert deshalb eine Soll-Besetzung mit Personal, die "eine gute Patientenversorgung vorsieht und für die Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen sichert". Vor der neuen Verhandlungsrunde macht Kühhirt nun noch einmal Druck. "Wir brauchen nun endlich einen spürbaren Fortschritt in den Verhandlungen. Vor allem in der Frage von Klarheit bei der Sollstellenbesetzung muss der Vorstand nun unmissverständlich sagen was er will, ansonsten laufen wir Gefahr, dass die Verhandlungen scheitern. Mit allen Konsequenzen, die das haben würde.“

Kühhirt spielt damit auf die Drohung im vergangenen Oktober an. Damals hatte Verdi ein neues Streikkonzept vorgestellt. Danach würden nicht pauschal alle nichtwissenschafftlichen Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen, sondern gezielte einzelne Stationen oder Bereiche - und diese würde dann komplett in Ausstand treten. Im Gegensatz zu früheren Aktionen könnte der Stationsbetrieb dann nicht weiterlaufen.   

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