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Schleswig-Holstein Mit Geomar auf Kreuzfahrt in die Arktis
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12:36 05.05.2019
Von Frank Behling
Das neue Kreuzfahrtschiff "Hanseatic Nature" wurde am Sonnabend in Hamburg erstmals vorgestellt. Quelle: Frank Behling
Hamburg

Am Sonnabend wurde in Hamburg die „Hanseatic Nature“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist das erste von drei neuartigen Expeditionsschiffen der Reederei Hapag-Lloyd für Reisen in arktische Gewässer, die Südsee oder den Amazonas.

Umweltschtz oberstes Ziel

Beim Bau der Schiffe auf der Vard Werft in Norwegen stand dabei ganz die Technologie im Fokus. "Ziel ist, die die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Wir haben die Verantwortung die Natur zu schützen und zu bewahren“, sagt Karl J. Projer,  Vorstand von Hapag-Lloyd Cruises.  Kein Tropfen Abwasser darf den Rumpf verlassen, Plastik wird an Bord vermieden und die Abgase der Motoren werden durch SCR-Katalysatoren gereinigt. Außerdem gibt es einen modernen Landstromanschluss, der in Hamburg auch getestet wurde.

Reederei-Projektleiter Henning Brauer ist auf den Neubau besonders stolz: „Ein normales Kreuzfahrtschiff hat heute so um die 15 bis 20 Tage Seeausdauer. Unsere Neubauten sind so ausgerüstet, dass sie Proviant und Treibstoff für bis zu 36 Tage an Bord nehmen können. Das schafft so kein anderes Schiff auf der Welt“, so Brauer. Diese enormen Kapazitäten verringern Transporte mit Nachschub in den entlegenen Reisegebiete. „Wir haben deshalb zuerst ein Schiff mit großen Tanks und Lagerräumen gebaut. Oben drauf sind dann noch ein paar Kabinen gekommen“, scherzt Brauer.

Natur statt Luxus

Die der 138 Meter lange „Hanseatic Nature“ hat nur 120 Kabinen für maximal 230 Passagiere.  Bei der Ausstattung ist dabei Schlichtheit angesagt. Der Entwurf des Neubaus stand unter dem Slogan „Inspiriert durch die Natur“. „Wir haben bewusst auf Gimicks wie ein U-Boot oder Hubschrauber verzichtet. Und auch eine Wasserrutsche gibt es hier nicht“, sagt Brauer.

Die neue „Hanseatic Nature“ bietet den Spagat zwischen nachhaltiger Kreuzfahrt bei maximalem Service. Die Schlauchboote für Ausflüge haben Elektromotoren, die Zahl der Passagiere an Bord ist für sensible Regionen auf 199 begrenzt.

Als Treibstoff wird nur noch Marine-Diesel genutzt. „Der Einsatz von LNG war für uns keine Lösung. Wo wir hinfahren, gibt es keine Möglichkeit zur Versorgung mit LNG“, sagt Brauer. An Bord wird deshalb Marinediesel getankt, der für Schiffe weltweit verfügbar ist.

„Wer Expeditionskreuzfahrten macht, ist an Bildung interessiert und bringt auch viel Bildung mit. Diese Passagiere wollen sich während einer Reise auch weiterbilden. Der Anspruch ist deshalb sehr hoch“, so Pojer.

Bei einer Kreuzfahrt auf der „Hanseatic Natur“ gehören Bücher statt Badehandtuch zur Grundausstattung. Kabinen sind mit Ferngläsern ausgestattet und es gibt wissenschaftliche Sendungen im Bord-TV. Aus diesem Grund ist bei dem Schiff auch das Kieler Geomar Helmholz-Zentrum für Ozeanforschung mit an Bord. Die Kieler haben bei der Ocean Academy die Exponate und Inhalte geliefert. Es handelt sich um ein innovatives Wissenszentrum zur Meeresforschung am Heck des Neubaus.

Auch bei der Technik für die Nautik steuert der Neubau gegen den Trend. „Wir haben hier offene Brückennocken“, sagt Kapitän Thilo Natke. „Das Wetter kann man nur dann optimal beurteilen, wenn man dabei auch im Freien steht“, so Natke. Für die sichere Navigation hat er außerdem zwei Kompasse von Raytheon Anschütz aus Kiel an Bord.

Mit Infrarotkamera im Mast

Im Mast steht zusätzlich als Neuerung eine hochwertige, schwenkbare Infrarot-Kamera. Mit der sonst im Militärbereich genutzte Kamera lassen sich bei Nebel und Dunkelheit auch kleinste Eisschollen und auch Tiere im Wasser rechtzeitig erkennen. Das ist bei Fahrten durch die Nordost-  oder die Nordwestpassage der Arktis von großem Nutzen.

Vorerst wird die „Hanseatic Nature“ aber in Nordeuropa zum Einsatz kommen, danach stehen Grönland, Arktis und Kapverden auf dem Routenplan. Ab September geht es dann Richtung Südamerika, Arktis und Südsee. Die Reisen kosten im Schnitt ab 5000 Euro pro Person und Woche. 

Der Neubau "Hanseatic Nature" kam direkt von der Werft und wurde in Hamburg erstmals vorgestellt.

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