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Schleswig-Holstein Neuntklässler in Naturwissenschaften in Schleswig-Holstein schlechter geworden
Nachrichten Schleswig-Holstein Neuntklässler in Naturwissenschaften in Schleswig-Holstein schlechter geworden
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17:22 18.10.2019
Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer. In Schleswig-Holstein sind die Neuntklässler in den vergangenen Jahren in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zurückgefallen. Quelle: Marijan Murat/dpa
Kiel/Berlin

In Schleswig-Holstein sind die Neuntklässler in den vergangenen Jahren in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zurückgefallen. Das zeigt die am Freitag in Berlin präsentierte Studie IQB-Bildungstrend 2018. Die Kultusministerkonferenz hatte ihn in Auftrag gegeben. Vergleichsjahr ist eine IQB-Studie von 2012.

Auch in Thüringen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und dem Saarland gibt es der neuen Studie zufolge in jeweils mehr als einem der gemessenen Fächer Verschlechterungen. Teils deutlich zurückgegangen sind die Leistungen in den meisten der genannten Fächer in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Insgesamt sei in Deutschland das Niveau aber weitgehend stabil gebleiben.

In diesen Bundesländern sind die Werte gesunken

Zu den Veränderungen in den mittleren Kompetenzwerten der Neunklässler gehören "signifikant ungünstige Trends" für Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer. "Dies ist – mit Ausnahme von Sachsen – in allen ostdeutschen Flächenländern der Fall sowie zusätzlich in Schleswig-Holstein." Signifikant unter dem Bundesdurchschnitt liegen die Mittelwerte durchgängig in Schleswig-Holstein sowie in Berlin, Bremen, Hamburg und Hessen – zudem mit einzelnen Ausnahmen im Saarland und in Nordrhein-Westfalen.

In Kiel rief die Studie politisch unterschiedliche Bewertungen hervor. "Die aktuellen Ergebnisse zeigen leider sehr deutlich, dass die Politik der Vergangenheit hier nicht die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat", gab Bildungsministerin Karin Prien (CDU) der bis 2017 amtierenden Koalition von SPD, Grünen und SSW indirekt die Schuld. Ähnlich äußerte sich die FDP-Landtagsabgeordnete Anita Klahn: "Die Wurzeln dieser Entwicklung liegen in der verfehlten Bildungspolitik der vergangenen Jahre, die die mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächer sträflich vernachlässigt hat."

Das sagt die SPD in der Opposition zu den Daten

Prien betonte, nach ihrem Amtsantritt im Sommer 2017 dringenden Handlungsbedarf erkannt und gehandelt zu haben. Angesichts der Studie müsse man nun weitere Fördermaßnahmen überlegen. Prien verwies darauf, bereits verschiedene Maßnahmen angeschoben oder unterstützt zu haben, zum Beispiel die entsprechende Förderung schon in der Grundschule sowie die MINT-Akademie oder die Mathematikolympiade.

Nach Auffassung des SPD-Bildungsexperten Martin Habersaat taugen die Daten für parteipolitische Stellungskämpfe nur bedingt. Er verwies auf den Wechsel der Bildungsminister seit 2012 von der FDP zur SPD und dann zur CDU. Bis 2012 seien in Schleswig-Holstein Lehrerstellen abgebaut worden, dann sei dies gestoppt und neue Stellen geschaffen worden. "Diese Trendwende der Küstenkoalition setzt Jamaika glücklicherweise fort." In den Naturwissenschaften und in Mathematik fehlten Fachlehrkräfte. "Das war schon 2018 so, und der Trend verschärft sich derzeit noch", sagte Habersaat. Eine Verbesserung der Leistungen in Mathematik und den Naturwissenschaften lasse sich vor allem durch Fachlichkeit, Didaktik und dem Ausbau der Ganztagsschulen erreichen.

Werte in den Gymnasium entwickeln sich ungünstig

Bundesweit blieben der Studie zufolge im vergangenen Jahr rund 24 Prozent der getesteten Schülerinnen und Schüler in Klasse neun unterhalb des für den mittleren Schulabschluss (MSA) nötigen Mindeststandard in Mathematik. In Biologie, Chemie und Physik lagen die Anteile der Schülerinnen und Schüler unterhalb des Mindeststandards bei 5 bis 17 Prozent.

Ungünstig entwickelten sich die im Durchschnitt erreichten Werte in den Gymnasien. Zudem sind Jungen laut der Studie von Negativtrends häufiger betroffen als Mädchen. Der Anteil der Schüler aus zugewanderten Familien nahm bundesweit um 6,8 Prozentpunkte auf 33,6 Prozent zu. In Schleswig-Holstein war der Anstieg weniger stark - die Zunahme betrug 5,1 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent.

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Von dpa/RND

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