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Schleswig-Holstein Oberstufenreform: Pläne wecken Zweifel
Nachrichten Schleswig-Holstein Oberstufenreform: Pläne wecken Zweifel
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11:00 28.01.2019
Von Bastian Modrow
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) diskutierte mit Lehrern, Eltern und Schülern über Chancen und Risiken der geplanten Oberstufenreform. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Schleswig-Holsteins Gymnasien stehen große Veränderungen bevor: „Unser Ziel bei der Nachjustierung der Oberstufe muss sein, die Schüler noch besser auf das Abitur vorzubereiten, mehr Vergleichbarkeit mit den anderen Bundesländern herzustellen“, betonte Prien. Daher müssten „viele kleine und vielleicht auch größere Stellschrauben“ bewegt werden.

Nur: „Wenn man eine dreht, bewegen sich viele andere mit – und nicht immer in die Richtung, in die man eigentlich will“, so Ministerin Karin Prien. Daher sei der Erfahrungsaustausch und die Diskussion auf der Fachtagung von besonderer Bedeutung für den weiteren Prozess.

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Sorge um Naturwissenschaften 

In Workshops diskutierten die 180 Teilnehmer der Fachtagung die Überlegungen des Bildungsministeriums. Die grundsätzlichen Meinungen zu der Oberstufenreform in Schleswig-Holstein fielen recht unterschiedlich aus: Sie schwankten zwischen „Das sind kluge und notwendige Ansätze, Schülern frühzeitiger als bislang eine Profilierung zu ermöglichen“ und „Die Ideen klingen gut, nur werden es viele Schulen allein personell nicht leisten können“.

Besonders häufig war die Sorge zu hören, dass die häufig bei Schülern wenig beliebten naturwissenschaftlichen Fächer, vor allem Mathematik „unter die Räder“ kommen könnte. Da half auch die Versicherung der Ministerin Karin Prien wenig, man werde berücksichtigen, das es keine zu starke Abkehr von den Kernfächern gibt. 

Kritik an der Oberstufenreform von SPD und Gewerkschaft

Kritik äußerte der SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat: Er habe sich eine ergebnisoffene Diskussion gewünscht, nicht nur das Drehen an kleinen „Stellschräubchen“. Die Ministerin verspiele die Chance einer tatsächlichen Reform. „Es bleibt bei dem Eindruck, dass die Verordnungen und Erlasse schon parallel zum Diskussionspapier fertiggestellt wurden“, so Habersaat.

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht das Positionspapier der Bildungsministerin noch nicht weit genug, sie drängt auf eine umfassendere Reform. In der Oberstufe sollte es – wie in einer Vielzahl der Bundesländer – nur in zwei Fächern Unterricht auf erhöhtem Niveau geben. „Begabungsprofil sowie Neigungen der Schüler müssen wieder an erster Stelle stehen. Die jungen Menschen sollten ihre individuellen Stärken in der Oberstufe zum Ausdruck bringen können“, forderte GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke.

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