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Schleswig-Holstein Kein Sonder-Ticket für Azubis und Schüler
Nachrichten Schleswig-Holstein Kein Sonder-Ticket für Azubis und Schüler
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20:26 10.02.2017
Von Heike Stüben
Martin Rümmelein (rechts), Landesschülersprecher der Berufsbildenden Schulen, und sein Kollege Julian Hoffmann wollen weiter für ein Azubi-Ticket für Bus und Bahn kämpfen. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Doch so schnell wollen die Landesschülervertreter nicht aufgeben.

Sie hatten kritisiert, dass es ein landesweites Semesterticket für Studenten geben soll, die Azubis wie alle Oberstufenschüler die Kosten für Bus und Bahn aber weiter komplett selbst tragen müssen. „Diese Kosten sind oft beträchtlich, weil Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Praktikumsstelle weit auseinander liegen. Immer wieder entscheiden sich Schüler gegen eine Ausbildung oder den Besuch einer anderen Schule, weil sie die Kosten für die Anfahrt nicht tragen können“, hatte Martin Rümmelein, Landesschülersprecher für Berufsbildende Schulen die Forderung begründet, die nun Thema im Bildungsausschuss des Landtages war.

 Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie verkündete, dass das Semesterticket auf gutem Weg ist. „Die Verkehrsunternehmen und Asten müssen aber noch vieles abstimmen. Wir hoffen, dass das Semesterticket zum Sommersemester 2018 startet.“ Ein spezielles Ticket für Azubis sei aber nicht möglich. Begründung: Das Semesterticket ist ein Solidar-Ticket, funktioniert also nach dem Prinzip: Jeder Student muss jedes Semester ein Ticket kaufen, unabhängig davon, ob er es nutzen will oder nicht. Dadurch kann das Ticket relativ preiswert sein. „Ein Ticket für Azubis als Solidar-Ticket lässt sich aber schon deshalb nicht umsetzen, weil es bei Azubis nichts Vergleichbares wie das Studentenwerk gibt, um das Geld einzuziehen. Ohnehin kann es unserer Meinung nach keine Zwangsabgabe für alle Azubis geben“, befand Nägele.

 Letzteres sieht man bei der Landesschülervertretung genauso. „Deshalb fordern wir ein Ticket, das vom Land gefördert wird. In Hessen will man das einführen. Es soll allen Azubis für 365 Euro im Jahr die landesweite ÖPNV-Nutzung ermöglichen“, sagt Rümmelein. Nägele hält das „für nicht finanzierbar“. Allein das Ticket würde das Land jährlich einen mittleren einstelligen Millionenbetrag kosten. Und da seien die notwendigen Änderungen im Bus- und Bahnbetrieb noch nicht eingerechnet. Vor allem müsse es aus Gründen der Gerechtigkeit auch ein Ticket etwa für Pflegeschüler und andere sozial schlecht gestellte Gruppen geben. Nägele plädiert deshalb für ein Ticket aus einem Guss, eine Art Sozialticket. „Dieses Thema wollen wir jetzt verstärkt angehen und nach Lösungswegen suchen. Das wird aber eine Aufgabe für die nächste Legislaturperiode.“

 So lange lassen sich die Landesschülervertreter nicht vertrösten. „Es geht um Bildungsgerechtigkeit. Wenn ein 365-Euro-Ticket für Auszubildende das Land wirklich einen einstelligen Millionenbetrag kostet, ist die deutliche Entlastung von Eltern vor allem in strukturschwachen Regionen doch relativ günstig zu haben. Dann sollte das Land dieses Ticket so schnell wie möglich einführen“, fordert Martin Rümmelein. Seine Kollegen Marco Rahmann und Julian Hoffmann sehen noch eine andere Baustelle: Weil bei der Untersuchung über schulische Bildungskosten die Berufsbildenden Schulen ausgespart wurden, habe man gar keine Zahlen über die Belastung von Azubis. „Wir fordern deshalb eine statistische Erhebung für unsere Schulart. Dann wird sich das wahre Ausmaß der Kosten zeigen – auch der Fahrtkosten.“

Die Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels waren das Thema des zweiten Schleswig-Holsteinischen Journalistenpreises – und der erste Platz ging an Ulrich Metschies, Wirtschaftsredakteur der Kieler Nachrichten.

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