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Schleswig-Holstein Wegen Omikron: SH verschärft Corona-Regeln ab Dienstag
Nachrichten Schleswig-Holstein

Omikron SH: Neue Corona-Regeln - was gilt ab 04.01.2022?

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20:03 04.01.2022
Von Anne Holbach
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) wollen die Corona-Verordnung kommende Woche verschärfen.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) wollen die Corona-Verordnung kommende Woche verschärfen. Quelle: Frank Peter/dpa
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Kiel

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein will aufgrund der schnellen Verbreitung der Omikron-Variante schon zu Dienstag ihre Corona-Verordnung verschärfen. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Sonntagnachmittag an. „Unser Hauptaugenmerk muss darauf liegen, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.“

  • Die Kontaktbeschränkung, nach der sich zu Hause nicht mehr als zehn Personen treffen dürfen, wird auf den öffentlichen Raum ausgeweitet. „Damit nicht zu viele Menschen auf einmal krank werden, müssen Kontakte weiter reduziert werden“, appellierte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne).
  • Bei Veranstaltungen dürfen nur noch maximal 50 Personen in Innenräumen zusammenkommen, draußen liegt die Grenze bei 100. Das betrifft zum Beispiel eine Hochzeit oder eine Geburtstagsfeier in einer angemieteten Räumlichkeit. Der Kulturbereich (Theater, Kino, etc.) dürfte ausgenommen werden.
  • Tanzveranstaltungen müssen vorab bei den zuständigen Behörden angezeigt werden, auch hier greift die 50-Personen-Regel im Innenraum. Für Diskotheken und Clubs gilt weiterhin die 2G-Plus-Regel. Um Einlass zu erhalten, reicht allerdings kein Antigen-Schnelltest mehr, sondern ein höchstens 24 Stunden alter PCR-Test wird Pflicht. Geboosterte sind davon ausgenommen.
  • In Pflegeeinrichtungen müssen alle Besucher künftig eine FFP2-Maske tragen.
  • Für alle Innenbereiche empfiehlt die Regierung das Tragen einer Maske.

Günther fordert Rückkehr zur epidemischen Notlage

Günther hat zudem den Bund dazu aufgefordert, erneut die epidemische Lage von nationaler Tragweite festzustellen. Am 7. Januar steht die nächste Konferenz zwischen Bund und Ländern an, auf der dazu eine Vereinbarung getroffen werden könnte.

Die epidemische Lage war die rechtliche Grundlage für viele der Corona-Beschränkungen, der Bundestag hatte sie auf Anstoß von SPD, FDP und Grünen am 25. November auslaufen lassen. Mitte Oktober hielt Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP) das noch für einen angemessenen Schritt. Er und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) forderten bereits vergangene Woche, sie wieder auszurufen.

Sollte der Bund nicht reagieren, will Günther den schleswig-holsteinischen Landtag bitten, eine entsprechende Feststellung der epidemischen Lage für das Land zu treffen. Er hat bereits Parlamentspräsident Klaus Schlie (CDU), um eine Sondersitzung des Landtags am 10. Januar gebeten. Ziel müsse es sein, „alle notwendigen Instrumente im Kampf gegen die Pandemie zur Verfügung zu haben“, so Günther.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein lag laut Landesmeldestelle zum Jahresbeginn bei 233,8. Kiel überschritt bereits an Silvester die 300er-Marke und hat inzwischen einen Wert von 345,1 erreicht. Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz beträgt 2,40. Am Neujahrstag wurden 643 neue Infektionen registriert.

Nach Disco-Besuchen mussten Hunderte in Quarantäne

Allein hunderte Schleswig-Holsteiner wurden in den vergangenen Tagen von Gesundheitsämtern dazu aufgerufen, sich 14 Tage in Quarantäne zu begeben, weil sie rund um Weihnachten in Diskotheken in Kiel, Henstedt-Ulzburg, Bad Segeberg oder Rendsburg gefeiert hatten. Trotz 2G-Plus-Regel hatten sich Omikron-Infizierte unter den Gästen befunden. Andere Bundesländer wie Hamburg hatten bereits vor den Feiertagen Tanzverbote erlassen.

Dass die vermehrten Omikron-Fälle im Land bereits Einfluss auf die kritische Infrastruktur haben, zeigt das Beispiel der Imland-Klinik in Rendsburg. Dort musste am Wochenende der Kreißsaal schließen, weil nach einer Infektion im Team mehrere Ärzte und Hebammen als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten.

Mögliche Anpassungen der Quarantäne-Regelungen sollen laut Gesundheitsministerium Thema der Beratungen in der nächsten Woche sein. Garg will, dass sich die Gesundheitsminister der Länder schon vor der Ministerpräsidentenkonferenz zusammensetzen, um im Zusammenhang mit der Omikron-Variante über die Verkürzung der Quarantänezeiten und die Zulassung der Booster-Impfung für 12- bis 17-Jährige zu beraten.