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Schleswig-Holstein Op Platt singen för de Reformaschoon
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12:00 18.05.2017
Von Heike Thode-Scheel
"Der Reformator Slüter predigt im Freien" - Gemälde vun Bernhard Reinhold. Quelle: Kulturhistorisches Museum Rostock

Joachim Slüter hett aver nu nich de Bibel in’t Plattdüütsche överdragen, sünnern dat Gesangbook: „Es war eine großartige Idee, die Texte ins Niederdeutsche zu übertragen“, swöögt Franz-Josef Holznagel. „Schließlich konnte es ja ohne Gemeindegesang keinen evangelischen Gottesdienst geben, und ohne niederdeutsche Lieder keinen volksprachlichen Gottesdienst in Rostock, Lübeck oder Kiel.“

De Rostocker Perfesser is Füer un Flamm för den unbekannten Prediger un Reformator. Un he is bannig froh, datt em dat lütte Gesangbook domols sotoseggen in’e Hänn fullen is: „Lyrik und Liedkunst – das interessiert mich – und da habe ich mir gesagt: Mensch, mach da doch mal was draus.“ Nu sitt he tosamen mit sien Kollegen Perfesser Dr. Hartmut Möller vun’e Hochschool för Musik un Theoter in Rostock an dat Projekt: „Wie klingt die Reformation im Norden? Das Gesangbuch des Rostocker Reformators Joachim Slüter“.

De Perfesser kunn sogor dat Originol-Gesangbook vun 1525  studeern, denn: „Die Rostocker Unibibliothek hat ja das einzige erhaltene Exemplar, das es überhaupt gibt“, wunnerwarkt Holznagel noch hüüt un freut sik doröver as so’n Sneekönig. „Slüter hat 1525 das älteste bekannte niederdeutsche Gesangbuch reformatorischer Lieder publiziert, das mit seinen ursprünglich 54 sanglichen Texten eine Art Sammlung der bis 1525 gedruckten reformatorischen Liedkunst darstellt.“ Un düt lütte Gesangbook weer nu nich graad een Flop – denn dorvun geev dat dree Oplagen ümmerhin. „Neben Bugenhagens niederdeutscher Übersetzung der Lutherbibel stellt dieses Gesangbuch eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Durchsetzung der Reformation im deutschen Norden dar“, verklookfidelt de Perfesser, de blangen de Spraken nix lever deit as Musik to höörn un to maken. Un to singen.

Dor is he liek op mit Joachim Slüter. De wull mit dat Singen de Lüüd sotoseggen Gottes Woort  bipuuln. Dor weer blots een Problem: De lütten Lüüd kunnen sik so’n Gesangbook gor nich leisten, meent Perfesser Holznagel: „Das waren arme Leute. Die Gesangbücher waren viel zu teuer. Aber da war die Kultur des Auswendiglernens noch vorhanden – vermutlich hat Slüter das mündlich weitergegeben und den Menschen die Lieder einfach im Gottesdienst beigebracht.“ Slüter sölben schrifft in sien Vörwoort vun düsse „swaren arbeydt“. Un dat gifft noch wat Besünneres an dat lütte Gesangbook: „Slüter hat die Lieder nicht alphabetisch sortiert (so weer dat nämli bi Luther), sondern lithurgisch. Er hat versucht, das so zu sortieren, dass die Reihenfolge zum Verlauf der „Deutschen Messe“ passt. Damit die Leute nicht im Gottesdienst ständig vor- und zurückblättern müssen.“

De dore Slüter weer een plietschen Keerl. Hüüt würr een seggen: He verstünn wat vun Zielgruppen. De wüss, wat de „werklüde“, as he se nöömen dä,  brukten. Denn he keem sölben ut  lütte Verhältnisse. Aver de Prediger hett mit siene Gemeende nich blots plattdüütsch sungen, he hett ok plattdüütsch predigt. De St-Petri-Kark weer dor bald to lütt – so müss Slüter denn rutgahn, üm to predigen: Op’n Marktplatz oder ünner de grote Linn bi de Kark hebbt se denn tosamen Gottes Woort höört un sungen. „Lath uns syngen dem heren/wente herlyck gehandelt myt uns“ (lasset uns dem Herrn singen, denn er hat herrlich an uns gehandelt). De Rostocker Prediger Nicolaus Gryse schrifft 1593:  „Von allen Enden der Stadt drängten sie zu Slüters Predigten“.  

De Lüüd weern Füer un Flamm för Slüter un siene plattdüütschen Leeder. Franz-Josef Holznagel will dor nu wiedermaken: „Slüter hat alles an Kirchenliedern zusammengeführt, was bis Ende 1524 da war. Das sind sozusagen die großen Hits der Reformation – die wir auch aus dem Gesangbuch kennen. Aber auf Niederdeutsch.“  Un düsse Hits hett Perfesser Holznagel tosamen mit sien Musiker-Kolleeg Möller översett un in’t Reine schreven, se hebbt  de passen Melodien utprobeert un rekonstrueert un denn „die Reformation zum Klingen gebracht“, denn: „Bis heute existiert keine Aufnahme der Lieder, die einen Klangeindruck von diesen wirkungsmächtigen Liedern vermitteln könnte.“ Dormit dat Ganze denn ok wunnerbor klingen deit, hebbt se sik noch den Karkenmusikdirektor Perfesser Dr. Markus Johannes Lange dorto hoolt: „Das ist ein wunderbares Erlebnis. Wenn man ein oder zwei Jahre daran arbeitet, dann hat man ja auch eine Vorstellung, wie sich das anhören könnte – und dann singt da zum ersten Mal ein Chor die Werke – das ist großartig“, swöögt Franz-Josef Holznagel. Dat kann he sik nu avends in sien Sessel anhöörn. Denn: „Kein Tag ohne Musik – das war schon immer so bei mir. Ich habe sogar eine Art Zeremonie am Abend. Bevor ich ins Bett gehe, höre ich immer Musik, die mir wichtig ist.“ In‘ November schall de Cd mit de groten Hits ut’e Reformatschoon rutkamen.

Schleswig-Holstein Nu scheet Minsch un Deerten koppheister - In' Mai, in' wunnerschönen Mai

De Wonnemaad Mai hett dat in sik – dor scheet nich blots dat Gröön rut, dor scheet ok Minsch un Deerten koppheister

„Juchhei! Juchhei! Wa ick mi freu! Vunnacht keem Lischen Allerlei! Nu ward dat grön! Nu ward dat blöhn! Nu springt dar alle Knuppens twei! – Juchhei! Juchhei! Wa ick mi freu! Gu’n Morrn, lüttj‘ Lischen Allerlei! Gu’n Morrn, Herr Mai!“

So jubileert Dichtersmann Johann Meyer in sien lütt Riemelöver den Wonnemaand Mai. „Alles neu macht der Mai“, heet dat ole Volksleed ut‘ 18. Johrhunnert, dat hüüt noch gellen deit.  Keen annern Maand in’t Johr hett so veele Bedüüden för de Minschen as de Mai. För keen anner Maand hebbt de Dichterslüüd so veele Gedichte un Leder schreven as för düssen Wonnemaand. Alleen dat Woort Wonnemaand: Dor steekt Leev binn un Wonne, Swögen un Hopen op wat Nieges.

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Bei einem Zusammenstoß mit einem Reh am Mittwochabend in Moorrege wurden ein Motorradfahrer und seine Mitfahrerin verletzt. Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus.

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