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Schleswig-Holstein Xaver legt Schiffsverkehr lahm
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09:04 06.12.2013
Von Frank Behling
Die Stena Line bekam für das An- und Ablegen Schlepperhilfe. Quelle: FB
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Kiel

Bereits am Donnerstag um 13 Uhr musste der Schleusenbetrieb in Brunsbüttel wegen des extremen Hochwassers auf der Elbe eingestellt werden. Die Sperrung in Kiel erfolgte um 14 Uhr. Dadurch wollte die Revierzentrale verhindern, dass zu viele Schiffe im Kanal sind und dort bei den Windböen nicht gesichert werden können.

Inzwischen warten vor den Schleusen in Brunsbüttel und Kiel sowie in der Kieler Bucht rund 70 Schiffe. Alleine in der Kieler Bucht ankerten am Morgen 28 Schiffe.  Einige Containerfrachter haben sich inzwischen sogar Ankerplätze vor Strande, Damp oder der Schleimündung gesucht. Die Plätze auf der Reede vor Holtenau sind seit Donnerstagmittag bereits alle belegt. Wann die Schleusen wieder öffnen, steht im Moment noch nicht fest.

Bislang hat der Sturm keine schweren Schäden in der Schifffahrt verursacht. Es gab überwiegend leichte Kollisionen in Brunsbüttel. Beim Auslaufen aus der Schleuse hat ein Frachter das Südschleusentor gerammt. Das muss nun repariert werden.

Die Fähren der Routen Kiel-Oslo und Kiel-Göteborg haben in der Nacht ihre Überfahrten ohne Probleme absolviert. Die „Color Fantasy“ und die „Stena Germanica“ trafen nach der Sturmfahrt wie im Fahrplan vorgesehenen in der Kieler Bucht ein. Sie bekamen zum Teil für das An- und Ablegen Schlepperhilfe durch den Schlepper “Kiel“.

Eingestellt wurde in Kiel die Litauen-Linie der DFDS. Die Abfahrt der „Regina Seaways“ wurde am Donnerstag abgesagt. Das Fährschiff blieb über Nacht im Kieler Hafen. Die Fähre  „Victoria Seaways“ lief in Klaipeda ebenfalls aus Sicherheitsgründen nicht in Richtung Kiel aus und liegt in Klaipeda. Eingestellt wurde auch der Fährverkehr zu den nord- und ostfriesischen Inseln sowie zwischen Norwegen und Dänemark sowie einige Routen zwischen Dänemark und Schweden.

Die Häfen Hamburg und Bremerhaven sind nur noch bedingt erreichbar. Die Lotsenboote in der Elbmündung wurden in der Nacht bis nach Cuxhaven zurückgezogen. Die Arbeit bei den Werften im Hamburger Hafen wurde eingestellt. Alle Containerterminals in Hamburg haben die Arbeit vorübergehend unterbrochen. Die Schiffe werden gesichert. Mehrere Schlepper sind in Hamburg im Einsatz. 

Die Lotsenboote für die Weser wurden ebenfalls weit in die Flussmündung bis kurz vor Mellum zurückgeholt, da ein sicheres Versetzen der Lotsen auf den See-Stationen nicht mehr möglich war. Die Columbuskaje in Bremerhaven wurde evakuiert. Der dort liegende Kreuzfahrtschiffsneubau  „Norwegian Getaway“  musste ablegen und eine Seeposition in der Nordsee zum Abwettern des Sturms aufsuchen. Das Schiff ist ein Neubau der Meyer Werft und deshalb ohne Passagiere unterwegs.

In Hamburg haben die Kreuzfahrtschiffe „Black Watch“ und „Saga Sapphire“ mit über 1600 britischen Passagieren übernachtet. Das Kreuzfahrtschiff „AIDAsol“ ist mit über 2000 Passagieren ebenfalls auf dem Weg nach Hamburg.

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