Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Marine zum Schießen in Schweden
Nachrichten Schleswig-Holstein Marine zum Schießen in Schweden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 17.05.2019
Von Frank Behling
Foto: Auch eine deutsche Korvette ist ab Freitag im Bottnischen Meer dabei.
Auch eine deutsche Korvette ist ab Freitag im Bottnischen Meer dabei. Quelle: Frank Behling
Anzeige
Kiel

 Auf der schwedischen Schießstrecke „Härnösand Naval Test Exercise Range“ im Bottnischen Meer nördlich von Stockholm sollen erstmals seit einem Jahr wieder scharfe Flugkörper von deutschen Schiffen geschossen werden. „Alle Angaben zu dem Vorhaben sind als Verschlusssache eingestuft und geheim“, sagte ein Sprecher des Marinekommandos in Rostock. Bekannt wurde aber, dass neue Flugkörper des Typs RBS15 im Fokus stehen. An dem Manöver nehmen unter anderem die Fregatten „Hamburg“ und „Augsburg“ sowie die Korvette „Erfurt“ teil.

In der Nordsee läuft seit 7. Mai "Formidable Shield"

Es ist nicht der einzige Schauplatz. In der Nordsee startete am 7. Mai das Manöver „Formidable Shield“, bei dem ebenfalls Flugkörper gestartet wurden. Ziel war hier die Abwehr von Raketen. Dabei hatten Fregatten aus Kanada, Frankreich und Norwegen sowie ein US-Zerstörer Flugkörper gegen Ziele abgefeuert.

Größtes Ostsee-Manöver seit Ende des Kalten Kriegs

Die USA bereiten außerdem gerade das größte Seemanöver seit dem Ende des Kalten Kriegs in der Ostsee vor. Bei dem Manöver „Baltic Operations 2019“ („Baltops“) werden und 50 Schiffe und Boote erwartet. Bis zu sechs Schiffe aus den USA sowie Verbände mit Landungsschiffen aus Großbritannien und Spanien sollen kommen. Bei Beobachtern ist das Manöver eine Folge der neuen Konfrontation mit Russland.

„Zwar hat sich die sicherheitspolitische Lage in den vergangenen Monaten nicht grundlegend geändert. Solche Manöver werden aber immer einige Jahre im Voraus geplant. Das sind keine kurzfristigen Vorhaben“, sagt Sebastian Bruns, Leiter der Abteilung Maritime Strategie und Sicherheit beim Institut für Sicherheitspolitik an der Uni Kiel.

Bei "Baltops" sind fast alle großen Nato-Nationen dabei

Am 7. Juni soll in Kiel das Manöver „Baltops“ mit einer Konferenz beginnen und zur Kieler Woche mit einer zweiten Konferenz enden. Es gilt als deutliches Signal an die Bündnis-Mitglieder. In diesem Jahr sind von Kanada bis Türkei fast alle großen Nato-Nationen an Manövern in der Ostsee beteiligt. „Die Mitglieder der Nato entdecken das Bündnis wieder. Dabei wird besonders das A für Atlantik wieder in einer neuen Dimension gesehen“, sagt Bruns.

Signal an Russland: Nato funktioniert

Es sei auch ein klares Signal an Russland, dass die Nato als Bündnis funktioniere. Das gelte ganz besonders für die USA. „Die 2. Flotte wurde gerade aufgestellt. Das sie jetzt die Leitung dieses Manövers übernimmt, ist auch ein starkes Signal aus den USA. Man will zeigen, dass man so etwas sehr schnell kann“, sagt Bruns.

Wie Russland sich angesichts der breiten Allianz verhält, ist noch unklar. „Vermutlich greift Russland zu hybriden Maßnahmen und wird das Internet für Gegenmaßnahmen nutzen“, so Bruns.