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Schleswig-Holstein Giftige Blaualgen in der Lübecker Bucht und vor Fehmarn
Nachrichten Schleswig-Holstein Giftige Blaualgen in der Lübecker Bucht und vor Fehmarn
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19:00 24.07.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
In der Lübecker Bucht und vor Fehmarn wurden Blaualgen gesichtet. Es handele sich „um kein außergewöhnlich hohes Vorkommen“. Aber: Die Situation könne sich je nach Wind und Wetterlage kurzfristig ändern. Quelle: Frank Behling (Archiv)
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Kiel

Das Umweltministerium Schleswig-Holstein sieht keinen Grund zur Blaualgenpanik in der Lübecker Bucht und vor Fehmarn. „Im Moment haben wir eine normale sommerliche Situation in Bezug auf das Vorkommen von Blaualgen in den Küstengewässern“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Bei den Algen in der Lübecker Bucht und vor Fehmarn handele es sich „um kein außergewöhnlich hohes Vorkommen“. Aber: Die Situation könne sich je nach Wind und Wetterlage kurzfristig ändern. Grund: In der zentralen Ostsee vor Schweden und Dänemark schwimmen riesige Blaualgen-Teppiche, die bis nach Schleswig-Holstein driften könnten.

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Wohin treiben die Blaualgen? Entscheidend ist das Wetter

Die Wettervorhersage ist auf den ersten Blick ungünstig. In den nächsten Tagen soll ein frischer Wind aus Richtung Osten kommen. Die vorhergesagte Brise könnte andererseits aber die Algenteppiche auch zerreißen und ihr Wachstum damit bremsen.

Weiter begünstigt werde dies, weil sich aus Ablagerungen am Meeresboden Phosphor löse. Dieses Phänomen werde durch den Sauerstoffmangel in großen Gebieten der zentralen Ostsee noch verstärkt. Auch in der Kieler Förde und der Eckernförder Bucht gibt es sogenannte Todeszonen.

In der Eckernförder Bucht fällt der Meeresgrund steil auf 20 bis 24 Meter ab. Alle Bereiche mit einer Wassertiefe ab 15 Metern zeigten bei einer Messung im Jahr 2018 deutliche Sauerstoffarmut. Bei der flacheren Kieler Bucht war dies bereits ab acht bis zehn Metern der Fall.

Blaualgen: Bordesholmer See ist gesperrt

Die Blaualge fühlt sich bei 22 bis 25 Grad richtig wohl und vermehrt sich entsprechend kräftig. Ein Teil der Bakterien produziert Gifte, die bei Erwachsenen zu Beschwerden wie Durchfall, Bindehautentzündungen, Hautausschlägen oder Atemproblemen führen können. Verschluckt man zu viel Wasser, können auch Übelkeit und Erbrechen auftreten. Vor allem für Kleinkinder besteht durch Schlucken eine ernsthafte Gefahr.

Blaualgen gehören nicht nur an der Küste zu den Schattenseiten des Sommers. Das für die Badewasserqualität zuständige Sozialministerium teilte mit, dass derzeit eine Badestelle am Bordesholmer See wegen Blaualgen gesperrt ist.

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