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Schleswig-Holstein Paket-Branche in Schleswig-Holstein steuert zum Fest auf Rekord zu
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Paket-Branche in Schleswig-Holstein steuert zum Fest auf Rekord zu

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18:09 13.12.2021
Hier brummt es: Im DHL-Paketzentrum Neumünster werden immer mehr Sendungen bearbeitet. Deshalb lässt die Deutsche Post es 2022 erweitern. Die östliche Seite (rechts im Bild) wird mit einem Anbau geschlossen.
Hier brummt es: Im DHL-Paketzentrum Neumünster werden immer mehr Sendungen bearbeitet. Deshalb lässt die Deutsche Post es 2022 erweitern. Die östliche Seite (rechts im Bild) wird mit einem Anbau geschlossen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel/Neumünster

Knapp zwei Wochen vor Weihnachten stecken die Paketzusteller Schleswig-Holsteins mitten in der Hochsaison. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Branche zum Fest in diesem Jahr erneut auf einen Rekord zusteuert. Damit es künftig keinen Päckchen-Stau gibt, baut die Deutsche Post ihre Kapazitäten im Paketzentrum Neumünster massiv aus.

Allein dort werden zurzeit so viele Sendungen wie nie zuvor bearbeitet. Im Weihnachtsgeschäft der Monate November und Dezember rechnet die Post damit, erstmals die Marke von 20 Millionen Sendungen zu knacken, so Thomas Schneider, Chef der Post- und Paketsparte, im Interview mit den Kieler Nachrichten.

20 Prozent mehr DPD-Touren vom Standort Melsdorf

Im vergangenen Jahr waren es 19 Millionen. Diese Zahl war schon außergewöhnlich und ging vor allem auf den Lockdown zurück, der kurz vor Weihnachten verhängt worden war. Wegen der geschlossenen Geschäfte bestellten offenbar viel mehr Kunden als sonst im Internet. Zudem musste die Bescherung in vielen Familien aufgrund von Kontaktbeschränkungen auf Distanz erfolgen.

Die Corona-Einschränkungen sind in diesem Jahr zwar weniger stark, doch die Post rechnet mit einer Zunahme des Paketaufkommens mit bis zu zehn Prozent. Das hänge laut Schneider davon ab, wie sich die 2G-Regeln und die Unsicherheit der Bevölkerung durch hohe Infektionszahlen auswirken.

„Eine genaue Kalkulation der Paketvolumina fällt in diesem Jahr schwer“, sagt auch Sebastian Zeh, Sprecher des Zustellunternehmens DPD. „Allgemein rechnet DPD Deutschland anlässlich des Weihnachtsgeschäfts mit besonders hohen Paketmengen.“ Um die etwa vom Standort Melsdorf zu den Adressaten zu bringen, fallen Zeh zufolge 20 Prozent mehr Touren an.

Ob die Spitze aus 2020 übertroffen werde, sei aber noch offen. Dienstleister Hermes hingegen geht davon aus, dass das Vorjahresniveau von 1,8 Millionen am Depot Rendsburg abgewickelten Sendungen noch einmal übertroffen wird. Damit kommt die Zwei-Millionen-Grenze in Sichtweite. „Wir rechnen derzeit mit einer Steigerung von sechs bis acht Prozent“, sagt Depotleiter Michael Rohwedder.

Deutsche Post investiert massiv in Paketzentrum Neumünster

Um die Paketflut zu bewältigen, mussten die Firmen ihre Personaldecken verstärken. Im Paketzentrum Neumünster allein um 50 Prozent, denn die Deutsche Post lässt dort zur arbeitsreichen Zeit vor Weihnachten nicht nur tagsüber, sondern beinahe die ganze Nacht hindurch sortieren.

Der Standort profitiert im kommenden Jahr zudem von einem Ausbauprogramm des Konzerns. Dazu wird das Gebäude am Krokamp im Süden der Stadt für einen zweistelligen Millionenbetrag ausgebaut. Damit erhöht das Unternehmen die Kapazität um bis zu 50 Prozent. Bis zum Herbst 2022 soll die Erweiterung abgeschlossen sein.

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Damit stellt sich die Deutsche Post auf den Wachstumstrend der Branche ein. Laut Bundesverband Paket- und Expresslogistik wurden in Deutschland 2020 fast elf Prozent mehr Sendungen als im Vorjahr verschickt. Bis 2025 rechnet der Verband mit jährlichen Steigerungen um sieben Prozent auf 5,7 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen.

Von Tilmann Post und Anne Holbach