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Schleswig-Holstein An Kitas im Norden wird es besser
Nachrichten Schleswig-Holstein An Kitas im Norden wird es besser
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08:30 28.08.2018
Der Personalschlüssel an den Krippen in Schleswig-Holstein hat sich in den vergangenen Jahren etwas verbessert. Quelle: Christian Charisius
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Kiel

Der Personalschlüssel an den Krippen in Schleswig-Holstein hat sich in den vergangenen Jahren etwas verbessert. Zum 1. März 2017 betreute eine Fachkraft rechnerisch 3,7 Kinder, nachdem es fünf Jahre zuvor 4,0 Mädchen und Jungen waren. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung zur frühkindlichen Bildung weiter hervorgeht, verbesserte sich das Verhältnis in den Kindergärten von 1:9,1 auf 1:8,4.

Spitzenreiter in Deutschland ist Baden-Württemberg mit 1:3,1 in den Krippen und 1:7,1 in den Kitas. Schlusslichter sind Sachsen mit 1:6,4 beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern mit 1:13,4.

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Bei den Kitas schwankt in Schleswig-Holstein der Personalschlüssel zwischen 1:7,2 in Dithmarschen und 1:9,7 in Nordfriesland. In den Krippen steht Dithmarschen mit einer Fachkraft für 3,3 Kinder am günstigsten da und Neumünster mit einer für 4,1 Mädchen und Jungen am ungünstigsten.

Die Stiftung kommt zu dem Schluss, dass Schleswig-Holstein beim Personal zulegen muss. Erforderlich wären zusätzlich 1580 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte. Das würde 72 Millionen Euro jährlich kosten. Um überall professionelles Leitungspersonal zu gewährleisten, würden 373 Vollzeitstellen benötigt, für 21 Millionen Euro im Jahr.

Deutlich gestiegen ist im Norden der Anteil der Kitas mit Personalressourcen für die Leitung der Einrichtung. 2014 gaben 28 Prozent der Kitas an, keine Zeit für Leitungsaufgaben zu haben. 2017 noch 13 Prozent. Zudem besaßen in Schleswig-Holstein von allen Flächenländern die meisten Kitas (29 Prozent, ohne Horte) eine angemessene Leitungsausstattung, die den Empfehlungen der Stiftung entspricht. Im Bundesschnitt waren es 16 Prozent.

„Bund und Länder sollten sich in den anstehenden Verhandlungen zum Gute-Kita-Gesetz auf eine Verbesserung der Personalschlüssel und Leitungsausstattung konzentrieren“, sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Leider gebe es keine Bestrebungen, bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Kitas festzulegen. Dabei könnten nur diese gleiche Bildungschancen für alle Kinder und faire Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte unabhängig vom Wohnort sicherstellen.

Von lno

Frank Behling 28.08.2018
27.08.2018
27.08.2018