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Schleswig-Holstein Peta will Kutschfahrten verbieten
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14:13 12.02.2019
Die Abfahrtszeiten der Pferdekutschen im Wattenmeer richten sich nach Ebbe und Flut. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Berlin/Nordstrand

Die Tierrechtsorganisation Peta will Kutschenfahrten im Wattenmeer verbieten. Nach einem schweren Unfall zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk haben die Tierschützer von Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und dem Cuxhavener Landrat Kai-Uwe Bielefeldt ein Wattkutschenverbot gefordert. Zuvor hatte die Zeitung „Die Welt“ darüber berichtet.

Bei dem Unfall waren der Inselpostbote, der Kutscher und zwei Fahrgäste aus Baden-Württemberg vom Wagen geschleudert und leicht verletzt worden. Der Unfall war laut Polizei darauf zurückzuführen, dass die beiden Pferde der Kutsche schon nach wenigen Metern gescheut hatten. Das Gefährt kippte daraufhin um. 

33 Pferdekutschen-Unfälle forderten 62 Verletzte und zehn Tote

2018 sind bei insgesamt 33 Pferdekutschen-Unfällen zehn Menschen getötet und 62 verletzt worden, darunter zahlreiche schwer. Außerdem seien vier Pferde ums Leben gekommen und vier weitere Tiere verletzt.

Die mit Abstand häufigste Unfallursache sei, dass sich Pferde erschreckten. Laut Peta seien die Unfälle mit Pferdekutschen so folgenreich, weil auf den Kutschen „Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags“ fehlten, die Beleuchtung mangelhaft und die Bremssysteme unzureichend seien. „Die Tierrechtsorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Kutschfahrten durchs Wattenmeer auch in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein werden Kutschfahrt mit Pferd und Wagen durchs Watt von Nordstrand aus zur Hallig Südfall zwischen April und Oktober angeboten. Auch ab Westerhever gibt es Kutschfahrten.

Die Tierrechtsorganisation verwies zudem auf eine Entscheidung der Kleinstadt Rothenburg ob der Tauber (Mittelfranken), die 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich verhängt habe. Das Verbot sei vom Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigt worden.

Von KN/dpa

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