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Schleswig-Holstein So viel müssen Pflegekräfte zahlen
Nachrichten Schleswig-Holstein So viel müssen Pflegekräfte zahlen
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17:39 25.03.2019
Von Heike Stüben
Pflegefachkräfte in Schleswig-Holstein kritisieren weiter die Pflegeberufekammer. Sie protestieren dagegen, dass sie dort Mitglied werden und Beiträge zahlen müssen.   Quelle: Christoph Schmidt
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Neumünster

4986 Pflegekräfte haben bisher unterschrieben. Unterstützt wird der Protest von Gewerkschaften und Arbeitgebern.

Bisher haben sich bei der Kammer 21714 Pflegefachkräfte registriert. Im Land Schleswig-Holstein soll es aber bis zu 27000 beschäftigte und selbstständige Fachkräfte geben. Eine davon ist Birgit Sievers aus Wahlstedt: „Ich lehne die Kammer ab. Das bringt mir nichts, sondern bringt mir nur mehr Auflagen und Kosten." Sie hat sich deshalb auch nicht registriert. "Offenbar hat die Kammer aber trotzdem meine Daten bekommen. Das kann nur der Arbeitgeber gewesen sein. Wo bleibt da der Datenschutz?“, fragt die Altenpflegerin.

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Auch die Kollegin Jessica Grabbet ist genervt. „Viele von uns sind gegen die Zwangsmitgliedschaft und gegen den Zwangsbeitrag, der jetzt eingetrieben werden soll. Dafür verlangt die Kammer sogar den Lohn- oder Einkommenssteuerbescheid.“

Kammer fordert Einkommensnachweis

Bei der Pflegeberufekammer wird das Vorgehen verteidigt: „Pflegefachkräfte müssen sich nach dem Heilberufekammergesetz bei uns registrieren. Die Kontaktdaten dürfen wir von den Arbeitgebern abfordern. Die Lohn- und Einkommensteuerbescheide sind nötig, um zu prüfen, welchen Beitrag ein Mitglied zahlen muss“, erklärt Pressesprecher Jan Voß. Die Mitgliedsbeiträge, die steuerlich absetzbar sind, sind nach Verdienst gestaffelt.

Tabelle: Beitragshöhen - Pflegeberufekammer

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Höhe: 1193

Kammer will bessere Arbeitsbedingungen

Die Pflegeberufekammer will die Pflegekräfte noch von der Sinnhaftigkeit einer Berufsvertretung überzeugen. "Es kann doch nicht sein, dass sich immer mehr Heilberufe in einer Kammer organisieren, aber ausgerechnet die größte Berufsgruppe außen vor bleibt und bei gesetzlichen Änderungen gar nicht einbezogen werden muss.“

Und die Präsidentin der Pflegeberufekammer, Patricia Drube, beteuert: „Die Kammer setzt sich für eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein und damit auch für eine Verbesserung der Pflegesituation.“

Die Pflegeberufekammer war 2015 von SPD, Grünen und SSW beschlossen worden. Vor der Landtagswahl 2017 versprach Daniel Günther (CDU), bei einem Wahlsieg die Pflegeberufekammer abzuschaffen. Doch im Koalitionsvertrag konnte er das nicht durchsetzen.

Heike Stüben 25.03.2019
25.03.2019
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