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Schleswig-Holstein Pflegeberufekammer: Wir steuern auf dramatischen Engpass zu
Nachrichten Schleswig-Holstein Pflegeberufekammer: Wir steuern auf dramatischen Engpass zu
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14:07 13.12.2019
Von Heike Stüben
Eine Krankenschwester betreut auf der Intensivstation einen Patienten. Gerade Fachkrankenschwestern- und -pfleger werden schon heute in Schleswig-Holstein dringend gesucht. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen: 40 Prozent der Pflegekräfte steuern auf die Rente zu. Quelle: Patrick Seeger
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Ausgewertet hat die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein dafür die aktuellen Personendaten von 27.087 Pflegefachkräften. Sie zeigen, dass bei Pflegekräften eine große Rentenwelle ansteht: Fast 40 Prozent der Fachkräfte sind heute mindestens 51 Jahre alt, 22 Prozent sogar 56 Jahre und älter. Sie werden in den nächsten zehn bis zwölf Jahren in Rente gehen, erwartet man bei der Pflegekammer.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, ist davon auszugehen, dass wir auf einen dramatischen Engpass in der pflegerischen Versorgung zusteuern“, erklärt Patricia Drube

Schon heute zu wenig Pflegekräfte

Denn schon heute sieht es bei der Versorgung mit Pflegefachkräften schlechter als in vielen anderen Bundesländern aus: Während es in Deutschland laut der aktuellen OECD-Gesundheitsstatistik 12,9 Pflegekräfte pro 1000 Einwohner gibt, sind es in Schleswig-Holstein nur 9,35.

Bis 2030 zusätzlich 15000 Stellen notwendig

Es müssen aber nicht nur die Fachkräfte ersetzt werden, die in Rente gehen. Es müssen darüber hinaus auch noch viele zusätzliche Stellen besetzt werden. Denn die demografische Entwicklung wird den Pflegebedarf noch einmal erhöhen.

„Wir gehen für Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2030 von einem Wachstum der Pflegebedürftigen von 53,8 Prozent und einem Mehrbedarf von zirka 15000 Pflegestellen aus“, sagt Drube und verweist auf Zahlen der Bertelsmann Stiftung.

Faire Löhne, verlässliche Dienstpläne, Wertschätzung

Besonders bedenklich findet sie deshalb, dass der Pflegenachwuchs der 19- bis 30-Jährigen nur 13,3 Prozent aller Pflegefachpersonen ausmacht. „Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, auf verstärkte Ausbildung zu setzen und alles zu tun, um junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen.“ Dabei dürfe man aber nicht in die Strategie ‚Masse statt Klasse‘ verfallen.

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Um mehr junge Menschen für den anspruchsvollen, aber auch vielseitigen Beruf zu gewinnen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden – durch faire Löhne, verlässliche Dienstpläne, flexible Arbeitszeitmodelle und wertschätzende Führung. „Nur so können wir Pflegefachpersonen langfristig in ihrem Beruf halten und den Pflegenachwuchs sichern“, ist die Kammerpräsidentin überzeugt.

Sonst ist Versorgung dramatisch gefährdet

Gelänge dies nicht, sei die Versorgung der Pflegebedürftigen dramatisch gefährdet.

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Die neue Pflegeberufekammer verpflichtet alle Fachkräfte, sich registrieren zu lassen. Möglich macht das die Zwangsmitgliedschaft in der Kammer. Sie hat massive Proteste hervorgerufen. Andererseits ermöglicht die Kammer damit erstmals eine umfassende Pflegeberufe-Statistik. Künftig sollen weitere Daten erhoben werden, wie Qualifikation, Wechsel in andere Regionen und Sektoren. Die Daten sind Voraussetzung dafür, Bedarf zu erfassen und Versorgung langfristig zu sichern.

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