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Schleswig-Holstein Pflegeheime suchen Personal für Schnelltests: So können Sie Tester werden
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Pflegeheime suchen Personal für Schnelltests: So können Sie Tester werden

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17:43 25.01.2021
Von Heike Stüben
Vorbereitung auf den neuen Job: Ein DRK-Dozent schult künftige Tester für die Schnelltests in Pflegeheimen. Solche Schulungen soll es bald in allen Bundesländern geben.
Vorbereitung auf den neuen Job: Ein DRK-Dozent schult künftige Tester für die Schnelltests in Pflegeheimen. Solche Schulungen soll es bald in allen Bundesländern geben. Quelle: Hendrik Schmidt
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Warum werden Tester rekrutiert?

In den Pflegeeinrichtungen müssen nicht nur die Mitarbeiter regelmäßig, sondern auch alle Besucher getestet werden. Das stellt die Einrichtungen vor große Herausforderungen, weil dafür in der Regel das Personal fehlt. Diese Lücke schließen zurzeit vorübergehend Soldaten, bald sollen diese Schnelltests aber von Bürgern durchgeführt werden. Es handelt sich um einen Freiwilligendienst, der vergütet wird. Die Tester erhalten eine Schutzausrüstung und dürfen nur zusammen mit einer hauptberuflichen Kraft eingesetzt werden.

Welche Vorbildung ist notwendig?

Neben Personen aus medizinischen, pflegerischen und sonstigen Heilberufen oder mit einer sozialen Ausbildung können sich auch geeignete Personen ohne medizinische Vorbildung melden.

Vor dem Einsatz erfolgt eine Einweisung in die vor Ort durchführbaren Antigentests, sogenannte PoC-Antigentests (PoC = Point of Care).

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Welche Voraussetzungen müssen Tester erfüllen?

Wichtig ist, dass die Person gewissenhaft arbeitet, über gute Kommunikationsfähigkeiten verfügt und ein gutes Einfühlungsvermögen besitzt. Weil bei den Abstrichen ein enger Kontakt notwendig ist, sollte der Tester bereit sein, selbst regelmäßig getestet zu werden. Eine gute Körperhygiene sollte selbstverständlich sein.

Hilfreich, aber nicht Voraussetzung sind Kenntnisse und/oder berufliche Vorerfahrungen im medizinischen oder pflegerischen Bereich.

Was müssen Bewerber noch erfüllen?

Bewerber sollten mindestens 18 Jahre alt sein, nicht zu einer Risikogruppe gehören und über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen.

Sie sollten in guter körperlicher Verfassung sein, so dass sie in persönlicher Schutzausrüstung (unter anderem FFP2-/3-Atemschutzmaske, Schutzbrille, Einmalhandschuhe) arbeiten können. Außerdem sollten sie Empathie im Umgang mit alten, kranken und behinderten Menschen besitzen und Freude an einer Arbeit haben, die Sorgfalt und Genauigkeit erfordert.

Wer prüft, ob man als Tester geeignet ist?

Die freiwilligen Personen werden durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) geschult. Das dauert gut zwei Stunden und ist kostenlos. Dabei wird auch geprüft, ob die zu schulenden Personen die erforderlichen Anforderungen erfüllen und für den Einsatz fachlich geeignet sind.

Mit wem schließt man einen Arbeitsvertrag?

Der Arbeitsvertrag wird immer mit der Einrichtung vor Ort direkt geschlossen. Das kann eine Pflegeeinrichtung oder eine Einrichtung der Eingliederungshilfe sein. Sie entscheidet auch darüber, wer den Zuschlag erhält und wie der Tester entlohnt wird.

Wie wird der Freiwilligendienst bezahlt?

Die Bezahlung soll sich, so die Bundesregierung, an 20 Euro orientieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass in der Stunde drei Tests durchgeführt werden – von der Aufklärung über den Abstrich, die Auswertung und die Dokumentation.

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Ist die Arbeit in Voll- und Teilzeit möglich?

Eine Unterstützung ist sowohl ganztägig in Vollzeit als auch stundenweise möglich.

Der Umfang der Beschäftigung ist abhängig vom Bedarf vor Ort, also der Größe der Einrichtung, der Ausstattung mit Personal und dem Besucheraufkommen.

Wichtig: Viele Besuche finden am Wochenende, am Nachmittag und Abend statt. Gerade dann ist Unterstützung notwendig. Bei einem Einsatz als Arbeitnehmer gilt das Arbeitszeitgesetz: Arbeitszeiten bei mehreren Arbeitgebern müssen also zusammengezählt werden.

Wann sollte man sich als Tester melden?

Melden sollte man sich erst, wenn in erreichbarer Nähe eine Pflegeeinrichtung Bedarf für einen Tester hat. Das kann man anhand einer Homepage der Bundesagentur für Arbeit prüfen.

Auf dieser Internetseite der Bundesagentur für Arbeit sollen fortlaufend die Orte/Bereiche aufgelistet werden, in denen Tester benötigt werden. Gestern waren dort zunächst nur Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen aufgelistet. Bei der Bundesagentur rechnet man aber damit, dass sich schnell viele weitere Einrichtungen melden werden.

Wo kann man sich als Tester melden?

Die Bundesagentur für Arbeit hat eine gebührenfreie Hotline eingerichtet, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr besetzt ist: 0800-455 55 32.

Dort werden die Kontaktdaten aufgenommen und an die jeweilige Kommune oder den Landkreis weitergeleitet. Dort vermittelt man dann die Bewerber an die Einrichtungen vor Ort.

Wo können sich Einrichtungen melden, die Tester benötigen?

Wenn eine Einrichtung Unterstützung durch Tester benötigt, muss dies sich per Mail melden an: coronatesthilfe@arbeitsagentur.de

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