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Schleswig-Holstein Verstärkt Betrügereien mit alten Autos
Nachrichten Schleswig-Holstein Verstärkt Betrügereien mit alten Autos
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14:58 17.06.2019
Prüfingenieure sollen Fahrzeuge trotz schwerer Mängel durch die Hauptuntersuchung gewunken haben. Quelle: Kai Pörksen (Symbolfoto)
Kiel

„Wir haben seit 2014 bis ins laufende Jahr insgesamt 25 Ermittlungsverfahren landesweit eröffnet - und das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein“, sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler am Montag.

Über die Zahl der Autos mit ergaunerter HU-Plakette konnte er keine Angaben machen. „Es müssen logischerweise mindestens 25 sein, es können aber auch hundert oder mehr sein.“ Zuvor hatte das „Flensburger Tageblatt“ berichtet.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ist für ganz Schleswig-Holstein zuständig für Wirtschaftskriminalität und Korruption. „Typisch ist, dass kleine KfZ-Händler im Niedrigpreisbereich alte Autos mit unberechtigter neuer HU-Plakette anbieten“, sagte Hadeler.

Alleinerziehende mit Kindern und Geringverdiener Opfer des Plakettenschwindels

Opfer seien oft Menschen mit geringem Einkommen, zum Beispiel Alleinerziehende mit Kindern. „Wenn dann auf der Autobahn eine Bremsleitung reißt, kann das dramatische Folgen haben.“

Die Ermittlungsverfahren richten sich laut Hadeler gegen Prüfingenieure von einigen Prüfunternehmen sowie gegen KfZ-Händler. Laut Staatsanwaltschaft Kiel waren kleine Werkstätten mit Gebrauchtwagenhandel häufig Ausgangspunkt für die Straftaten.

Die Prüfingenieure sollen Fahrzeuge trotz schwerer Mängel durch die Hauptuntersuchung gewunken haben. Teilweise sollen sich die Prüfer die Autos gar nicht angesehen, die Plaketten blind erteilt haben. Teilweise hätten ihnen auch WhatsApp-Fotos gereicht. „Manche Prüfingenieure kooperieren mit Händlern“, sagte Hadeler.

25 Verfahren gegen Plakettenschwindel

Ins Rollen kamen die Ermittlungen, weil Streifenpolizisten immer wieder Wagen in „straßenverkehrsgefährdendem Zustand“ auffielen, die mit frischer Prüfplakette unterwegs waren.

Von den 25 Verfahren ist ein Teil noch offen. Bisher kam es zu zehn Anklagen, zwei rechtskräftigen Verurteilungen und drei Strafbefehlen. Zuletzt gab es eine größere Durchsuchung im März. Betroffen ist ein KfZ-Händler in der Region Lübeck. „Das wird voraussichtlich ein größeres Verfahren, die Ermittlungen laufen noch“, sagte Hadeler.

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Der Polizei seien seit einigen Jahren vermehrt Altwagen mit neuer HU-Plakette aufgefallen, die massive Mängel aufwiesen. „Seitdem hat die Polizei solche Autos noch stärker im Blick“, sagte Hadeler.

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Von dpa

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