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Schleswig-Holstein Der rote Bürgermeister-Macher
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15:00 01.12.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Foto: Thies Thiessen ist der Mann, der in der SPD die Wahlkämpfe der Bürgermeister-Kandidaten plant und organisiert.
Thies Thiessen ist der Mann, der in der SPD die Wahlkämpfe der Bürgermeister-Kandidaten plant und organisiert. Quelle: Bernd Domberg
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Kiel

In neun von 32 Städten und Gemeinden siegten die SPD-Kandidaten auch dank des erfahrenen Politberaters Thies Thiessen. Die in den Kommunen sonst starke CDU triumphierte nur dreimal, die Grünen einmal. In den anderen 19 Orten setzten sich parteilose Bewerber durch, die allerdings teils wie zuletzt Verena Jeske in Bad Bramstedt von der SPD unterstützt wurden.

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„Wir gewinnen gegen den Trend und gegen die politische Großwetterlage“, berichtet SPD-Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner begeistert. „Das gilt manchmal auch in Orten, in denen uns das keiner zugetraut hatte.“ Die Nase vorn hatten die Sozialdemokraten seit Herbst 2016 in Lübeck, Norderstedt, Plön, Schönberg, Halstenbek, Büchen, Schenefeld und Stockelsdorf. Die CDU kam im selben Zeitraum nur in Kaltenkirchen, Harrislee und Wahlstedt zum Zug. In der Mehrheit der Kommunen machten parteilose Kandidaten das Rennen.

Stegner: "Thiessen hat eine ungeheure Erfolgsquote"

Die SPD-Erfolge bei den Bürgermeisterwahlen sind teils hausgemacht. „Wir gehen jede Wahl professionell an“, berichtet Stegner und verweist auf Thies Thiessen. Der Geschäftsführer der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) ist in der kommunalen Szene Schleswig-Holsteins Legende. Der frühere Bürgermeister von Meldorf sucht die Kandidaten oft mit aus, schreibt das Drehbuch für ihre Wahlkämpfe und berät sie bis zur Amtsübernahme. „Thies Thiessen hat eine ungeheure Erfolgsquote“, schwärmt Stegner.

Thiessen bestätigt das gern. Seit 2005 hat der Rechtsanwalt 34 Kandidaten, auch solche ohne Parteibuch, bei Bürgermeister- und Landratswahlen „gecoacht“ und 26 von ihnen zum Sieg verholfen, darunter Jeske in Bad Bramstedt und Schmidt-Gutzat in Heide. „Die Inszenierung einer Direktwahl ist eine Maßarbeit“, erzählt Thiessen. Das beginne im Idealfall etwa zwei Jahre vor der Wahl mit der Auswahl eines geeigneten Bewerbers. Findet sich vor Ort kein Kandidat, hilft Thiessen. „Ich habe in meinem Zettelkasten mehr als zwei Dutzend Menschen, die gern Bürgermeister werden möchten.“