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Schleswig-Holstein Straftaten in Boostedt mehr als verdoppelt
Nachrichten Schleswig-Holstein Straftaten in Boostedt mehr als verdoppelt
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16:56 12.03.2019
Von Bastian Modrow
Das Innenministerium hat die Kriminalitätsstatistik für Boostedt (Kreis Segeberg) vorab veröffentlicht. Die Zahl der Straftaten ist laut Polizei in der Landesunterkunft und im Ortsgebiet deutlich gestiegen. Quelle: Frank Molter
Boostedt/Kiel.

Laut der vorab veröffentlichten Kriminalstatistik gab es im vergangenen Jahr in der LUK 343 Straftaten. Zum Vergleich: 2017 waren es 126 Fälle gewesen, in den Jahren zuvor 69 und 33 Straftaten. In der Landesunterkunft gab es im vergangene Jahr 97 Rohheitsdelikte, darunter allein 84 Körperverletzungen. Darüber hinaus gab es zwei Fälle von Mord beziehungsweise Totschlag sowie Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Bestätigte Fälle von sexuellem Missbrauch gab es laut Kriminalitätsstatistik nicht, dafür aber 28 Rauschgiftdelikte und 61 leichte und schwere Diebstähle. 

75 Prozent mehr Straftaten im Ort

In der Gemeinde Boostedt selbst stieg die Zahl der Straftaten von 207 auf 360 – eine Steigerung von fast 75 Prozent. Im Ort schnellte vor allem die Zahl der einfachen Diebstähle in die Höhe. 167 Straftaten registrierte die Polizei im vergangenen Jahr – 99 mehr als noch 2017. Auch die Zahl der schweren Diebstähle stieg von 37 auf 64 stark an. 

DPolG: Sorgen der Boostedter berechtigt

Ein Grund für den massiven Anstieg der Kriminalität in dem 4500-Einwohner-Ort dürfte nach Einschätzung eines Ministeriumssprechers unter anderem die hohe Belegung der Landesunterkunft gewesen sein. Bis zu 1300 Migranten lebten 2018 in der LUK, darunter viele sogenannte allein reisende Männer ohne Bleibeperspektive. Nach Einschätzung von Torsten Gronau, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), ist diese Gruppe von überwiegend jungen Flüchtlingen besonders anfällig für Straftaten. „Die offiziellen Zahlen über die Kriminalitätsbelastung in Boostedt zeigen, dass die von Bürgermeister Hartmut König und der dortigen Bevölkerung geäußerten Sorgen ihren Grund hatten“, sagt Gronau.

Ein Ministeriumssprecher hatte bereits am Sonntag Recherchen von KN-online bestätigt, dass die Kriminalität in Boostedt zuletzt deutlich gestiegen sei. Internen Polizeistatistiken zufolge waren zwischen Dezember und Februar 181 Straftaten angezeigt worden.

Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Schleswig-Holsteiner bewegen sich regelmäßig. Dies zeigt eine aktuelle Bürgerbefragung des Landes, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden. Lob gab es für vorhandene Laufstrecken, kritisiert wurden Fahrradwege und die Versorgung mit Hallenbädern.

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