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Schleswig-Holstein Vorsicht vor dem Autobahn-Hirsch!
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20:35 18.11.2019
Von Bastian Modrow
Ein Hirsch läuft auf dem Grünstreifen auf der A 215 bei Blumenthal. Quelle: Daniel Friederichs
Kiel

Wie der Hirsch trotz eines Wildschutzzauns dorthin gelangen konnte, ist unklar. Seit Freitag vergangener Woche meldeten sich insgesamt vier Verkehrsteilnehmer bei der Polizei, die den Damhirsch mit den massigen Schaufeln in unmittelbarer Nähe zur Autobahn entdeckt hatten. Offenbar trabte das Tier bei Blumenthal über den Grünstreifen, fraß zwischendurch immer wieder Gras.

Schrecksekunden für Autofahrer

Auch am Bordesholmer Dreieck, das die A 215 mit der A 7 verbindet, ist der Hirsch gesichtet worden. Schrecksekunden für die Autofahrer, weiß auch Sönke Hinrichs von der Polizeidirektion in Neumünster: Glücklicherweise sei es bisher nicht zu Unfällen gekommen. „Uns liegen auch keine Hinweise vor, dass der Hirsch die Fahrbahn betreten hat“, so Hinrichs.

Wie das Wildtier an die Autobahn kommen konnte, ist ein Rätsel. Entlang der Autobahn befinden sich auf beiden Seiten der Fahrbahn Wildschutzzäune, die Wildschweine, Rot- und Damwild von der Schnellstraße fernhalten sollen. Polizei und Jägerschaft gehen davon aus, dass der Hirsch entweder durch einen defekten Zaun an die Böschung zur A 215 gelangt ist oder aber eines der Zaun-Enden umlaufen hat. An den Zu- und Abfahrten fehlen die Wildbarrieren.

Bislang vergebliche Suche der Polizei

Nach den Zeugenhinweisen ist die Polizei mehrfach vor Ort gewesen, hat allerdings vergeblich nach dem Tier gesucht. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Hirsch in Büschen oder Geäst versteckt, wenn sich Menschen nähern“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Er und seine Jagdkollegen in der Region beraten zurzeit die Landespolizei.

Viel ausrichten können sie aber auch nicht: „Man könnte versuchen, den Hirsch ausfindig zu machen und wieder hinter den Wildzaun zu treiben, doch dafür müsste die Autobahn ebenso gesperrt werden wie für einen Abschuss“, sagt Börner. Zurzeit seien aber solche Aktionen nicht geplant. Ungewöhnlich sei, so der Jäger, dass das Tier bislang nur in den Abendstunden gesehen worden ist. Gerade Damwild sei dafür bekannt, tagaktiv zu sein.

Jagdverband mahnt zur Vorsicht

Der Landesjagdverband mahnt Autofahrer auf der A215, bis auf Weiteres besonders vorsichtig zu sein. Unfälle mit Wild bei hoher Geschwindigkeit könnten schnell fatale Folgen haben. Zuletzt registrierte die Polizei am 13. Oktober auf der A7 in Höhe Eisendorf einen schweren Wildunfall. Gegen 21.50 Uhr war ein Autofahrer mit einem Hirsch kollidiert, bei dem der Fahrer zwar unverletzt blieb, das Fahrzeug aber massiv beschädigt worden war. Das Wildtier kam bei dem Zusammenprall ums Leben.

Zahl der Wildunfälle steigt

Insgesamt steigt die Zahl der Wildunfälle in Schleswig-Holstein seit Jahren: Zählten die Behörden 2012 noch 12600 Fälle waren es im vergangenen Jahr bereits mehr als 15800. „Grundsätzlich dürfen Verkehrsteilnehmer nicht vergessen, dass die Autobahnen trotz Schutzzäunen keine wildfreien Areale sind“, sagt Polizeisprecher Hinrichs. Er appelliert, bei weiteren Sichtungen des Hirschs die Beamten unter 110 zu alarmieren. Gestern Abend war das Tier laut Verkehrsfunk schon wieder an der Autobahn unterwegs.

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