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Schleswig-Holstein Wildunfälle auf Rekordniveau
Nachrichten Schleswig-Holstein Wildunfälle auf Rekordniveau
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07:03 24.05.2018
Von Bastian Modrow
Quelle: Wolfgang Kumm
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Kiel

"Die Zulassungszahlen von Fahrzeugen steigen kontinuierlich und die Verkehrsteilnehmer sind immer schneller unterwegs“, sagt Heiko Schmüser vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV). Der Wildbestand habe sich in den vergangenen Jahren im Land nicht signifikant erhöht – mit Ausnahme des Schwarzwilds. Insgesamt kamen laut Jahresbericht der Jägerschaft auf den Straßen zuletzt 10 500 Stück Rehwild, 390 Wildschweine und 965 Stück Damwild ums Leben.

Jeder dritte Hase stirbt auf der Straße

Den Trend der Polizeistatistik teilt der LJV zwar, tatsächlich sei die Anzahl der getöteten Tiere auf den Straßen aber noch sehr viel höher. „Eine Vielzahl von Kleintieren wird nicht erfasst, weil ein Großteil der verletzten oder getöteten Tiere nicht gemeldet wird“, betont Schmüser. Von den zuletzt 50000 gestreckten Hasen im Land seien 17000 bei Verkehrsunfällen getötet worden.

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Torge Stelck vom Landespolizeiamt betont, dass jeder Verkehrsteilnehmer verpflichtet sei, Polizei oder Jäger nach einem Wildunfall zu benachrichtigen. Weshalb viele Autofahrer trotzdem einfach weiterfahren, wisse er nicht: Zu vermuten wäre die Sorge vor Wartezeiten, die Unkenntnis der Mitteilungspflicht oder weil mangels bestehenden Versicherungsschutz kein Schadensausgleich eingeholt werden kann“, so Stelck. Der Behördensprecher warnt vor den Gefahren: „Verletztes Wild ist nicht unnötigen Qualen ausgesetzt, es werden auch andere Verkehrsteilnehmer durch auf der Straße liegendes oder umherirrendes Wild gefährdet.“ Allein die Provinzial-Versicherung in Kiel glich 2017 Wildschäden in Höhe von 2,86 Millionen Euro aus.