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Schleswig-Holstein Mittel gegen Mobbing-Kummer
Nachrichten Schleswig-Holstein Mittel gegen Mobbing-Kummer
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13:04 26.11.2014
Foto: Sabine Temming versucht als Präventionsbeauftragte am Gymnasium Wellingdorf Mobbing vorzubeugen.
Sabine Temming versucht als Präventionsbeauftragte am Gymnasium Wellingdorf Mobbing vorzubeugen. Quelle: hfr
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Kiel

„Aua, mein Arm!“, schreit Nadine, aber niemand kommt ihr zur Hilfe. Vor jeder Stunde wird sie von ihren Mitschülern beleidigt, geschubst, in die Ecke gedrängt. Die anderen sind meist zu sechst und außerdem viel zu stark. Mobbing gibt es überall, in Vereinen, am Arbeitsplatz oder in der Schule.

 Und Mobbing kann jeden treffen, denn es gibt kein bestimmtes Muster. Die Betroffenen leiden immer sehr unter Mobbing. Die Symptome sind meistens Rückzug oder selbstverletzendes Verhalten.

 Die Beweggründe der Mobber selbst sind unterschiedlich. Die meisten vermuten, dass es an häuslicher Gewalt liegen könne. Typisch ist der Gedanke, dass Mobber vielleicht die Bestätigung brauchen, der Stärkere und Überlegene zu sein. Meistens sind sie sich aber gar nicht bewusst, dass sie das Opfer sehr verletzen. Sie sehen ihr Handeln oft nur als Hänselei.

 Was aber können wir als Außenstehende machen? Man muss Mobbern deutlich zeigen, dass ihr Verhalten unerwünscht ist. Sabine Temming, Präventionsbeauftragte am Gymnasium Wellingdorf, sagt: „Das Allerwichtigste ist jedoch, ein Schul- und Klassenklima zu schaffen, in dem es gar nicht erst zu Mobbing kommt. So gibt es am Gymnasium Wellingdorf in den unteren Stufen Klassenlehrerstunden, in denen die Gemeinschaft gestärkt wird. Es werden gemeinsam Klassenregeln aufgestellt und es wird gelernt, Konflikte gewaltfrei zu lösen.“

 Temming rät, dass Schüler, die sich gemobbt fühlen, unbedingt frühzeitig Hilfe holen: „Wenn sie nicht sofort mit ihren Eltern oder einer Lehrkraft sprechen möchten, dann können sie sich an unserer Schule auch an die Sozialarbeiterin wenden, die zur Verschwiegenheit verpflichtet ist und den Jugendlichen gerne weiterhilft.“

 Außerdem gibt es noch die „Nummer gegen Kummer“, die man anonym anrufen kann, um seine Sorgen in Ruhe zu erklären, ohne dass eine dritte Person mithört.

 Die „Nummer gegen Kummer“ ist kostenlos montags bis sonnabends zu erreichen unter: 116111.

 Von Asena Ertugrul, Klasse 8b, Gymnasium Wellingdorf