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Schleswig-Holstein AKW Brokdorf: Antrag für Stilllegung
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14:39 01.12.2017
Das Kernkraftwerk hat eine elektrische Bruttoleistung von 1480 Megawatt und beschäftigt rund 500 Personen. Quelle: Daniel Friederichs/dpa
Brokdorf

PreussenElektra will das Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) Ende 2021 stillegen und anschließend zurückbauen. Am Freitag stellte der Betreiber den notwendigen Antrag an die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein. «Das ist der nächste große Schritt auf dem Weg zum tatsächlichen Ende der Atomenergie in Schleswig-Holstein», sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne).

Nach dem Atomgesetz darf der Meiler an der Unterelbe längstens bis Ende 2021 am Netz bleiben beziehungsweise höchstens so lange, bis die festgelegte Reststrommenge aufgebraucht ist. «Mit der Antragstellung und der Information der Bürger sind die ersten Schritte in Richtung Stilllegung getan», sagte Kraftwerksleiter Uwe Jorden. Der Betreiber begründete den Zeitpunkt des Antrag mit dem zu erwartenden mehrjährigen Genehmigungsverfahren. Das Kernkraftwerk hat eine elektrische Bruttoleistung von 1480 Megawatt und beschäftigt rund 500 Personen.

Habeck begrüßte das Vorgehen des Konzerns. «Es ist gut, dass PreussenElektra den Rückbau des Kernkraftwerks Brokdorf bereits jetzt beantragt», sagte er. Nach dem Rückbauverfahren für die Meiler Brunsbüttel und Krümmel könne damit das Genehmigungsverfahren für den Abriss des Meilers in Brokdorf beginnen. «Wenn Brokdorf nicht mehr läuft, ist der Norden atomstromfrei.»

Das AKW Brokdorf gehört zu 80 Prozent PreussenElektra und zu 20 Prozent Vattenfall. Betreiber der Anlage ist PreussenElektra. Das Kernkraftwerk ist seit 1986 am Netz. Die beiden anderen AKW in Schleswig-Holstein, Brunsbüttel und Krümmel, sind bereits vom Netz. Sie befinden sich im Nachbetrieb. In beiden Fällen laufen bereits die Genehmigungsverfahren für den Rückbau.

Im Unterschied zu Brunsbüttel und Krümmel befinden sich in Brokdorf laut den Plänen in der ersten Phase des Abbaus noch Brennelemente im Reaktorgebäude, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend abgeklungen sein werden. «Auf die Vereinbarkeit der in dieser Phase geplanten Abbauschritte mit der Lagerung dieser Brennelemente wird die Genehmigungsbehörde besonderes Augenmerk legen», sagte der Leiter der Atomaufsicht Jan Backmann.

Mit dem eigentlichen Abbau des AKW kann erst begonnen werden wenn die Atomaufsicht ihr Okay gegeben hat. Dies wird für etwa 2023 erwartet. Der anschließende Rückbau soll 15 Jahre dauern. Dabei müssen Experten alle kontaminierten Komponenten und Gebäudeteile entsorgen. «Ich weiß, dass ein solcher Prozess auch viele Fragen und teilweise Sorgen auslöst. Deswegen ist die Beteiligung der Öffentlichkeit besonders wichtig», sagte Minister Habeck. Die Atomaufsicht werde den Rückbau so sicher wie möglich machen.

Von dpa

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