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Schleswig-Holstein Trotz Schutzzaun: Wieder Schafe gerissen
Nachrichten Schleswig-Holstein Trotz Schutzzaun: Wieder Schafe gerissen
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15:01 04.01.2019
Hat erneut der Wolf zugeschlagen? Im Kreis Pinneberg sind am Mittwoch Schafe auf zwei Weiden gerissen worden, die durch wolfssichere Zäune geschützt sind. Quelle: Carsten Rehder/dpa (Symbolfoto)
Bilsen

Die Ergebnisse von DNA-Schnelltests stehen noch aus. Dennoch deutet vieles auf einen Wolf hin, der am Mittwoch in Bilsen bei Quickborn (Kreis Pinneberg) erneut Schafe gerissen haben könnte. Und das, obwohl die Weiden durch spezielle Zäune gesichert sind. Im ersten Fall wurde ein Schaf verletzt, das später eingeschläfert werden musste. Im zweiten Fall verletzte sich ein Schaf.

Wie das Landwirtschafts- und Umweltministerium am Freitag mitteilte, gibt es noch weitere Fälle: In Hemdingen wurden drei Schafe verletzt, die hinter einem wolfssicheren Flexinetz-Zaun mit 8500 V standen. Zwei davon mussten am 28. Dezember 2018 eingeschläfert werden.

Einen Tag zuvor kam es ebenfalls in Hemdingen zu einem Angriff: Zwei Schafe wurden getötet und ein weiteres verletzt. Diese Tiere standen nicht hinter einem wolfssicheren Zaun.

Soll der Wolf abgeschossen werden?

Nach der Häufung der Schafsrisse im Kreis Pinneberg stellt sich für die Schafhalter die Frage, ob es sich um einen sogenannten Problemwolf handelt. Dieser könnte unter bestimmten Bedingungen abgeschossen werden.

Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) möchte nicht überstürzt reagieren: "Da es sich beim Wolf um eine streng geschützte Art handelt, brauchen wir dafür einen sicheren Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat.“

DNA-Untersuchugsergebnisse liegen noch nicht vor

Die Untersuchungsergebnisse werden in zwei bis drei Wochen erwartet und lassen sich aus technischen Gründen nicht weiter beschleunigen. Grundsätzlich steht der Wolf in der gesamten EU unter strengem Artenschutz. Wölfe, die lernen, wolfssichere Zäune zu überwinden gelten jedoch als sogenannte Problemwölfe, bei denen ein Antrag auf Abschuss gestellt werden kann.

„Bei dem vorliegenden Verdacht ist die vorgefundene Sachlage ziemlich klar und wir stellen uns im Falle eines Wolfsnachweises auf einen solchen Antrag ein“, so Minister Albrecht. Problemwölfe sind nicht nur für die Nutztierhalterinnen und -halter ein Problem. Wölfe, die sich auf Nutztiere spezialisieren, gefährden aus Sicht des Ministeriums auch das Ziel des Artenschutzes, die Koexistenz von Wolf und Mensch in der Kulturlandschaft zu erreichen.

Ein Rüde rückt in den Fokus

Vor allem der eineinhalb Jahre alte Rüde GW 924m steht im Fokus des Wolfsmanagements. Das Tier soll seit mindestens Juli vergangenen Jahres im nördlichen Kreis Pinneberg unterwegs sein und aus einem Rudel nahe Ulfborg in Midtjylland stammen.

Interaktive Karte: Wolfssichtungen in Schleswig-Holstein

Von RND/pat

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