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Schleswig-Holstein Radelnde Protestfahrt bis nach Berlin
Nachrichten Schleswig-Holstein Radelnde Protestfahrt bis nach Berlin
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15:36 29.05.2019
Von Steffen Müller
Mit dem Rad fahren Therapeuten um Olav Gerlach aus Schleswig-Holstein bis nach Berlin, um sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Ein Zwischenstopp wurde in Kiel am Gesundheitsministerium eingelegt. Quelle: Steffen Müller
Kiel

Die "Therapeuten am Limit" sind Anfang der Woche bundesweit an verschiedenen Orten gestartet, um gemeinsam am 6. Juni um 11 Uhr am Bundesministerium für Gesundheit in Berlin bei einer großen Kundgebung zusammen zu kommen. Auch aus Schleswig-Holstein nehmen Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Podologen, Masseure und Diätassistenten an der "Tour de Spahn" teil. Über das dänische PadborgSchleswig, Damp und Eckernförde ging es zum Gesundheitsministerium nach Kiel. Ihr Ziel: Bessere Arbeitsbedingungen, eine bundesweite Abschaffung der Ausbildungskosten sowie bürokratische Entlastungen.

Schleswig-Holstein als Vorreiter

Vor allem ist die Protestfahrt der schleswig-holsteinischen Therapeuten eine Solidaritätsaktion. Denn nur in Deutschlands nördlichstem Bundesland und im Saarland gilt die Schulgeldbefreiung bereits seit dem 1. Januar 2019. Die lautstarken Proteste im vergangenen Jahr wurden gehört. Doch das ist eine Ausnahme. Obwohl 2017 im Koalitionsvertrag der Bundesregierung die Kostenbefreiung beschlossen wurde, wurde sie in den restlichen Ländern noch nicht umgesetzt. Für die angehenden jungen Kollegen, die ihre Ausbildung weiterhin bezahlen müssen - im Monat werden bis zu 400 Euro fällig - wollen sich die Therapeuten aus Schleswig-Holstein einsetzen. 

Viel Arbeit, geringer Lohn

Doch es geht ihnen bei ihrer Sternfahrt nach Berlin nicht nur um das Schulgeld. Stellvertretend für die Kollegen erklärt Physiotherapeut Olav Gerlach, dass die Protestfahrt auch genutzt werde, um für eine bessere Bezahlung und den Abbau von Bürokratie zu kämpfen. Laut Gerlach verdient ein Therapeut im Schnitt monatlich 2100 Euro brutto, dazu kämen lange Arbeitszeiten, da viele Anträge ausgefüllt oder Rezepte überprüft werden müssten. Entscheidend sei es aber, mehr Personal zu akquirieren. Carolin Möller, Leiterin des Tiergestützten Therapiezentrums in Kiel-Elmschenhagen warnt vor Fachkräftemangel in den nächsten Jahren. Bereits jetzt müssten Patienten vier bis sechs Wochen auf einen Termin warten, ergänzt Gerlach. Das Problem könne nur behoben werden, wenn die Ausbildung attraktiver werde und dafür müssten die Gebühren abgeschafft werden.

Land fordert Einhaltung des Koalitionsvertrags

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) unterstützt die Therapeuten. Er nimmt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in die Pflicht, das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen und für die Kosten aufzukommen. 3,3 Millionen Euro hat das Land im Haushalt 2019 für die Ausbildungsfinanzierung vorgesehen, Garg fordert, dass der Bund in die Finanzierung einsteigt. "Es kann nicht sein, dass die Regierung in Berlin etwas beschließt, aber die Länder dafür zahlen müssen."      

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