Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Prozess: Kind ertrinkt bei Kita-Ausflug
Nachrichten Schleswig-Holstein Prozess: Kind ertrinkt bei Kita-Ausflug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:04 17.06.2019
Eine Erzieherin (r) steht im Amtsgericht im Flur neben ihrer Anwältin Gabriele Heinecke. Die Frau, die durch Fahrlässigkeit den Tod eines zweijährigen Jungen in einem Teich verschuldet haben soll, muss sich vor Gericht verantworten.  Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Ahrensburg

Die Anklage wirft der 33-Jährigen fahrlässige Tötung vor. "Der Tod des Kindes geht mir immer noch sehr nahe", ließ die Angeklagte am Montag durch ihre Verteidigerin Gabriele Heinecke erklären. Sie empfinde es jedoch als ungerecht, ihr allein die Schuld an dem Unglück zu geben.

"Ich kann mir immer noch nicht erklären, wie das passieren konnte", ließ die 33-Jährige erklären. Blass und mit verweinten Augen sitzt sie auf der Anklagebank. Immer wieder streicht die schwangere Frau versonnen über ihren Babybauch. Wenige Sekunden, bevor eine Kollegin sie nach dem Jungen gefragte habe, habe sie ihn noch bei der Schaukel gesehen, heißt es in ihrer Erklärung.

Sieben Betreuer waren bei der Reise dabei

Die 20 Kinder im Alter zwischen einem und sieben Jahren wollten mehrere Tage in dem Jugendfreizeitheim bleiben. Begleitet wurde die Gruppe von sieben Betreuern, darunter mehrere professionelle Erzieher. "Wir haben den Kindern bei einer Runde über das Gelände genau erklärt, wo Gefahrenstellen sind, was sie tun dürfen und was nicht", sagte ein Zeuge.

Der 36 Jahre alter Erzieher war einer er sieben Erwachsenen, die die Gruppe damals begleitet hatte. Bei der Beaufsichtigung der Kinder sei jeder Erzieher für einen bestimmten Bereich zuständig gewesen. Die Angeklagte hatte laut Anklage die Aufgabe, den Uferbereich im Auge zu behalten.

Angeklagte: "Andere Erzieher auch verantwortlich"

Unter anderem deshalb empfinde ihre Mandantin es als ungerecht, allein auf der Anklagebank zu sitzen, sagte Heinecke. Die übrigen Erzieher, die die Aufsicht über den Uferbereich und die auf der Wiese spielenden Kinder hatten, seien ebenso verantwortlich, wie die Angeklagte, sagte sie.

Aus diesem Grund verweigerte ein am Montag als Zeugen geladene Erzieher die Aussage. Zuvor hatte die Richterin ihn darauf hingewiesen, dass er sich vor Gericht nicht selbst belasten müsse. Eine zweite Zeugin wollte vor ihrer Entscheidung mit einem Anwalt sprechen. Der Prozess wird am 24. Juni mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt. Ein Urteil wird im Juli erwartet.

Diese Fälle sorgten in der Vergangenheit für Entsetzen

In Kiel wurde im Mai ein ebenfalls zweijähriges Kita-Kind von seinen Erziehern im Schrevenpark vergessen.Ein halbes Jahr zuvor fiel ein anderthalb Jahre altes Kind aus Kiel beim Kita-Ausflug in einen Teich und musste reanimiert werden

Von dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 35-jähriger Mann aus Wilster im Kreis Steinburg soll im vergangenen November den zwei Monate alten Säugling seiner damaligen Lebensgefährtin zu Tode geschüttelt haben. Vor Gericht wies der Angeklagte am Montag die Vorwürfe zurück.

17.06.2019

Betrügereien mit alten Autos, die ohne Prüfung neue HU-Plaketten erhalten, fallen der Polizei Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren vermehrt auf. Ermittlungsverfahren richten sich laut Oberstaatsanwalt Henning Hadeler gegen Prüfingenieure von einigen Prüfunternehmen sowie gegen KfZ-Händler.

17.06.2019

Im nördlichen Schleswig-Holstein wurden 16 Cannabisplantagen mit rund 1500 Pflanzen ausgehoben. Die Polizei durchsuchte die Wohn- und Geschäftsräume von 18 Tatverdächtigen.

17.06.2019