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Schleswig-Holstein Vater und Sohn stahlen 120-Kilo-Tresor
Nachrichten Schleswig-Holstein Vater und Sohn stahlen 120-Kilo-Tresor
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21:56 12.08.2019
Von Thomas Geyer
Die Justiz ermittelt gegen zwei Tresor-Diebe. Quelle: Christian Charisius
Henstedt-Ulzburg/Kiel.

Gestern erhöhte das Kieler Landgericht in einem Berufungsprozess das Urteil des Amtsgerichts Norderstedt gegen einen 48-jährigen Frührentner, der den Einbruch mit seinem Sohn begangen haben soll, um vier Monate. Der Vater wurde zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Für die Täterschaft des Duos sprach, dass sich die Einbrecher bestens auskannten: Kaum jemand wusste, dass sich der verschlossene Tresorraum auch mit einem bestimmten Toilettenschlüssel öffnen ließ. Den Schlüssel zum Tatmotiv liefert die Geschichte vom Scheitern einer Freundschaft zwischen ungleichen Schulfreunden. Der Sohn des verschuldeten Angeklagten war bis zur Tat im Sommer 2016 eng mit dem gleichaltrigen Spross der Unternehmerfamilie befreundet. Diese nahm den mittellosen Jungen öfters mit zum Segeln und in den Urlaub. Doch zuletzt wurde der 19-Jährige kurzfristig wieder ausgeladen: Der Sohn aus gutem Hause wollte lieber seine neue Freundin mit in den Urlaub nehmen.

Neid war wohl die Triebfeder für die Tat

Aus „Sozialneid“ und Enttäuschung über die Zurücksetzung soll der Sohn den Einbruch geplant haben – gemeinsam mit seinem Vater, der seit einem Arbeitsunfall berufsunfähig ist und eine dreistellige Rente bezieht. Der zur Tatzeit 19-jährige Sohn muss sich vor dem Jugendgericht verantworten. Sein Vater bestritt gestern erneut die Teilnahme am Einbruch. Obwohl er die gestohlene Rolex nachweislich bei einem Hamburger Juwelier versetzte – für 3450 Euro. Und obwohl in seiner Familie nach der Tat plötzlich der Wohlstand ausbrach: Der Senior bekam einen neuen Pkw, der Sohn ein „Quad“, die Mutter einen Luxus-Staubsauger für 1150 Euro.

Vater muss jetzt 60.000 Euro zurückbezahlen

Man habe Kredite aufgenommen und seine für teure Zahnimplantate zurückgelegten Ersparnisse ausgegeben, begründet der Frührentner die hohen Ausgaben und zieht zur Verblüffung des Gerichts sein künstliches Gebiss aus dem Mund. Er habe sich mit der billigen Kassenversion begnügt. Die Uhr will er auf der Straße in einer Plastiktüte gefunden haben – zusammen mit der Musikanlage, die von der Polizei bei der Durchsuchung seiner Wohnung sichergestellt wurde.

Nach Überzeugung des Gerichts brachen Vater und Sohn durch ein Kellerfenster ein, das belegten die Fußspuren. An ihrem neuen Luxus dürften die beiden wenig Freude haben. Laut Urteil muss der Vater die 60.000 Euro zurückerstatten. 

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