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Schleswig-Holstein Die Akte Robin F. aus Kiel ist noch immer offen
Nachrichten Schleswig-Holstein Die Akte Robin F. aus Kiel ist noch immer offen
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06:00 13.11.2019
Von Bastian Modrow
Tatort Altstadt: In der Bamberger Sandstraße kam es am 30. Juli 2017 zu einer Schlägerei. Der Kieler Robin F. wurde für den Prozess als Zeuge geladen. Quelle: dpa/David Ebener
Kiel/Bamberg

Die Staatsanwaltschaft Bamberg warf dem jungen Mann vor, vor Gericht falsch ausgesagt zu haben und berief sich auf angebliche Protokolle einer Whatsapp-Gruppe, in der sich Zeugen auf Falschaussagen verständigt haben sollten. Obwohl der Anwalt von Robin F. nachweisen konnte, dass sein Mandant nie Mitglied dieser Chatgruppe war, treibt die bayrische Justiz das Verfahren gegen den jungen Mann mit aller Vehemenz weiter.

Emotional stark belastende Situation

„Für Robin, aber auch für die ganze Familie ist es eine emotional stark belastende Situation“, sagt Juliana F. Die Mutter des jungen Mannes hatte im Februar gezielt die Öffentlichkeit gesucht, nachdem ihr Sohn in Untersuchungshaft genommen worden war.

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Als Augenzeuge einer brutalen Schlägerei im Jahr 2017 war Robin F. zu Jahresbeginn zu einem Strafprozess gegen zwei 23 und 29 Jahre alte Männer nach Bamberg gereist. Noch am selben Tag war Haftbefehl gegen ihn erlassen worden – wegen angeblicher Falschaussage und drohender Fluchtgefahr. Ein Schicksal, das der Azubi aus Plön mit drei weiteren Zeugen teilte. Gegen neun Personen leitete die Strafbehörde Ermittlungen ein. Der Vorwurf: „Uns liegen Informationen aus Whatsapp-Verkehren vor, in denen sich Zeugen der körperlichen Auseinandersetzung vor ihrer Aussage abgesprochen haben, was vor Gericht gesagt werden sollte und was besser nicht“, argumentierte Oberstaatsanwalt Matthias Bachmann im Februar.

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Jan Smollich, Anwalt des Schleswig-Holsteiners, trat schnell den Beweis an, dass sein Mandant nie Mitglied einer Whatsapp-Gruppe war. „Er kannte ja auch niemanden – weder von den Zeugen noch von den Tätern“, so der Flensburger Jurist. Der 23-Jährige sei damals lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen: „Er hatte sich mit einer Bekannten in Bamberg getroffen und war zufällig Zeuge der Auseinandersetzung geworden.“

Am Strafverfahren gegen Robin hält die Staatsanwaltschaft fest

Zwar wurde der Kieler nach acht Tagen aus der U-Haft entlassen, „am Strafverfahren gegen Robin hält die Staatsanwaltschaft aber fest“, sagt Rechtsanwalt Smollich heute. Auch das beschlagnahmte Telefon hätten die Ermittler noch nicht zurückgegeben. Für das Agieren der bayrischen Behörden hat er kein Verständnis: „Ich habe Akteneinsicht beantragt, aber nur Fragmente erhalten“, kritisiert er. „Da ist nichts zu finden, woraus man substanziell etwas saugen könnte. Das ist reines Blabla.“ Auf eine sogenannte Sachstandsanfrage im dem Verfahren der Staatsanwaltschaft Bamberg habe er lediglich einen Satz als Antwort erhalten: „Die Ermittlungen dauern an.“ Eine Aussage, die wortgleich auch KN-online auf Anfrage von Staatsanwalt André Libischer erhält.

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„Ich hoffe, dass dieser Spuk bald ein Ende hat“, sagt Robins Mutter. Die Ungewissheit belaste die Familie sehr – und nicht nur die: „Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat mehrere Freunde von Robin aus Schleswig-Holstein und Berlin geladen, die jetzt befragt werden sollen, obwohl sie von der ganzen Sache nichts wissen.“ Für ihren Sohn gebe es bis heute nicht den geringsten Grund, weshalb er vor Gericht die Unwahrheit hätte sagen sollen. Juliana F. sagt: „Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft dies auch erkennt, dann endlich alles gut wird und die Gerechtigkeit siegt.“

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