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Schleswig-Holstein Lange Haftstrafe für Vergewaltiger
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12:29 14.02.2019
Im Prozess gegen einen 30-Jährigen wegen zweier versuchter und zweier vollendeter Vergewaltigungen wurde am Donnerstag in Lübeck das Urteil verkündet.  Quelle: Christophe Gateau/dpa
Lübeck

Mit gesenktem Kopf hat der Angeklagte die vier Verhandlungstage verfolgt. Mit gesenktem Kopf hörte der 30-Jährige am Donnerstag auch das Urteil. Wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung in insgesamt vier Fällen verurteilte das Lübecker Landgericht  ihn zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn gestanden, im Sommer 2018 zwei Frauen vergewaltigt und es bei zwei weiteren Frauen versucht zu haben. "Für jedes der Opfer war die Tat eine persönliche Katastrophe", sagte Richterin Helga von Lukowicz.

Mit seinem Geständnis habe der Angeklagte seinen Opfern nicht nur quälende Befragungen vor Gericht erspart, sondern auch Details preisgegeben, die für die Strafzumessung wichtig waren, sagte die Richterin. Nach seiner Festnahme hatte er die Taten zunächst monatelang abgestritten. 

Opfer hatten nach der Tat psychische Probleme

Vor Gericht hatten die Frauen berichtet, dass sie auch Monate nach der Tat noch mit psychischen Problemen zu kämpfen hätten. "Ich war fünf Wochen lang nicht arbeitsfähig und konnte meine Wohnung nur in Begleitung verlassen", hatte sein erstes Opfer, eine 24 Jahre alte Auszubildende, ausgesagt. Der 30-Jährige hatte sie am frühen Morgen des 13. Mai 2018 dreimal unter den Arkaden der Lübecker Marienkirche vergewaltigt. Zuvor hatte er sie mehrfach mit dem Kopf auf den Boden geschlagen, um ihre Gegenwehr zu brechen.

Bei der Urteilsverkündung saß die 24-Jährige als Nebenklägerin im Gerichtssaal, schaute mit ernstem Blick zum Angeklagten hinüber. "Sie wollte unbedingt dabei sei, um ihren inneren Frieden zu finden", sagte Nebenklagevertreter Hans-Jürgen Förster nach der Verhandlung. 

Täter ging sehr brutal vor

Auch bei seinen anderen Opfern war der Angeklagte sehr brutal vorgegangen. Eine 17-Jährige zerrte er in einer Grünanlage in ein Gebüsch, um sich an ihr zu vergehen. Eine 23-Jährige entging nur deshalb einer Vergewaltigung, weil sie  sich heftig wehrte und den Angeklagten würgte, bis er sie los ließ. Auch sein viertes Opfer, eine 31 Jahre alte Studentin wehrte sich aus Leibeskräften, kratzte und biss den Angeklagten. Dadurch entging sie einer Vergewaltigung, wurde aber erheblich verletzt.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag von Staatsanwältin Magdalena Salska, die neun Jahre Haft gefordert hatte. Mit dem Urteil könne sie leben, sagte Salska. Verteidiger Ralf Wassermeyer, der sechseinhalb Jahre Haft beantragt hatte, wollte sich am Donnerstag noch nicht zu einem möglichen Rechtsmittelverzicht äußern.

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Von dpa

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