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Schleswig-Holstein Tödlicher Unfall durch Handy-Nutzung?
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22:15 04.02.2020
Von Thomas Geyer
Erst die Ablenkung, dann der Unfall: Wer sein Smartphone beim Autofahren benutzt, geht ein enormes Risiko ein. Das zeigt sich auch anhand der Entwicklung der Unfallursachen. Quelle: Monika Skolimowska
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Neumünster

Der Autofahrer des gegen die Leitplanke geschleuderten Renault Twingo erlag noch am Unfallort bei Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) seinen schweren Verletzungen.

Laut Vorwurf der Kieler Staatsanwaltschaft war der 19-jährige Fahrer des VW-Transporters durch die Bedienung seines Handys und die Einbindung eines Headsets abgelenkt, als er mit bis zu 150 Stundenkilometern die A7 in Richtung Norden befuhr.

Alkohol soll nicht im Spiel gewesen sein

Der vor ihm mit höchstens 110 Stundenkilometern auf der rechten Spur fahrende Kleinwagen des Opfers (49) soll sich infolge des Stoßes gegen das Heck im Uhrzeigersinn gedreht haben. Laut Polizeibericht flog der Pkw über die Außenschutzplanke und prallte gegen ein Verkehrszeichen. Demnach ereignete sich der Unfall gegen 22.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen.

Für die Dauer der Spurensicherung durch Kfz-Sachverständige hatte die Polizei die A7 in Richtung Norden für zwei Stunden voll gesperrt. Die Polizei stellte die am Unfall beteiligten Fahrzeuge sicher und beschlagnahmte den Führerschein des 19-Jährigen. Alkohol soll nicht im Spiel gewesen sein. Der Schaden wurde auf rund 80.000 Euro geschätzt.

Ähnlicher Prozess endete mit Freispruch

Der aktuelle Fall erinnert auch an den sogenannten Whatsapp-Prozess im Sommer 2018, bei dem es um einen tödlichen Verkehrsunfall auf der A7 bei Bad Bramstedt ging. Das Schöffengericht in Neumünster sprach damals den vor der Kollision mit seinem Smartphone beschäftigten Fahrer vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Der Staatsanwalt hatte eine 18-monatige Bewährungsstrafe und 5000 Euro Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen des Opfers gefordert.

Zwar war das Schöffengericht laut Urteilsbegründung davon überzeugt, dass der 71-jährige Angeklagte im Januar 2017 auf der Fahrt in Richtung Norden bei 120 Stundenkilometern sein Handy bediente, um eine Whatsapp-Nachricht zu beantworten. Doch sei nicht auszuschließen, dass die tödlich verunglückte Fahrerin (33) eines gelben VW Polo den schweren Unfall allein verschuldet habe. Auch in dem von der Staatsanwaltschaft angestrengten Berufungsverfahren blieb es beim Freispruch, weil der genaue Unfallhergang nicht mehr rekonstruiert werden konnte. „Wir können nicht ausschließen, dass der Unfall für den Angeklagten unvermeidlich war“, begründete der Vorsitzende der Berufungskammer den Freispruch.

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