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Schleswig-Holstein Boostedt: Messerattacke trotz Hausverbot
Nachrichten Schleswig-Holstein Boostedt: Messerattacke trotz Hausverbot
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11:00 11.04.2019
Von Thomas Geyer
Das Landgericht Kiel verhandelt nun schon zum dritten Mal innerhalb von nur drei Monaten über einen Messerangriff in der Landesunterkunft Boostedt. Quelle: Ulf Dahl
Boostedt/Kiel

Der 35-Jährige soll am 14. September 2018 seine Ex-Lebensgefährtin niedergestochen haben, die sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte. Das Paar war erst sechs Wochen zuvor nach zweijähriger Flucht in Deutschland eingereist. Laut Vorwurf war der Angeklagte mit einem Küchenmesser bewaffnet und vermummt, als er widerrechtlich in die Landesunterkunft eindrang. Dort hatte der iranische Flüchtling Hausverbot: Wegen früherer Übergriffe setzte das spätere Opfer (35) Ende August eine Verlegung des gewalttätigen Ex-Partners aus dem gemeinsamen Zimmer in Boostedt nach Neumünster durch.

Der mutmaßliche Täter hatte in Boostedt Hausverbot

Augenzeugen erklärten, der Mann habe sein Gesicht bis über die Nase mit einem Schal verdeckt und eine Kapuze über den Kopf gezogen, als er die Frau im Flüchtlingsheim in Boostedt attackierte. Zwei Landsleute hörten vom Obergeschoss aus laute Hilferufe, eilten die Treppe hinunter und sahen, wie der Maskierte "schnell und mit Kraft" auf den Rücken der Frau einschlug.

Ein 46-Jähriger sah ein Messer in der erhobenen Rechten des Angreifers. Die Frau habe den Mann angefleht, "um Gottes Willen" aufzuhören. "Du hast mich betrogen, und das ist deine Strafe!", habe der Angeklagte gerufen. Beherzt packte der Zeuge sein Handgelenk und drehte ihm den Arm auf den Rücken.

Die Klinge drang in die Lunge des Opfers ein

Die Tatwaffe fiel zu Boden und wurde später in zwei Teilen sichergestellt. Wann und wie die zehn Zentimeter lange Klinge aus dem schwarzen Plastikgriff brach, hatte kein Zeuge beobachtet. Die Verletzte ging nach der dritten Stichbewegung zu Boden. Die Klinge drang laut Gutachten in die Lunge ein.

Die Frau wurde von Boostedt in eine Klinik in Neumünster gebracht und notärztlich versorgt. "Ohne ärztliche Behandlung hätte sie sterben können", sagte Staatsanwältin Melanie von Massow. Der Angeklagte wurde von Zeugen festgehalten, bis die Polizei eintraf. Gegenüber den Beamten bestritt er die Tat. Auf den Hinweis, es gebe Augenzeugen, sprach der Angeklagte von Falschaussagen: Die Zeugen hätten ihn gegen Sex belastet.

Das Urteil soll noch vor Ostern gesprochen werden

Der Angeklagte würde auch vor Gericht gerne reden: Die Frage des Vorsitzenden, ob er sich im Prozess einlassen wolle, bejaht er spontan. Doch Strafverteidiger Christoph Sommermeyer hat seine Strategie erklärtermaßen auf dem Schweigen seines Mandanten aufgebaut. Immer wieder verbietet er ihm den Mund und unterbindet seine Fragen an die Zeugen.

Die Schwurgerichtskammer hat drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil will sie noch vor Ostern verkünden.

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