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Schleswig-Holstein Der Pudel feiert ein Comeback
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13:00 30.09.2019
Von Heike Stüben
Hundefriseurin Ingrid Inselmann (44) und Pudel Eva (2): „Andere Hunde sind unruhig, knurren auch mal oder schnappen. Das erlebe ich bei Pudeln nie.“ Quelle: Frank Peter
Plön, Kiel

Die Jahre 1962 bis 1972 galten als Hochzeit des Pudels. Die Rasse führte damals die Welpenstatistik an, die der Verband für das Deutsche Hundewesen VDH jährlich erhebt. Doch der Niedergang folgte schnell. „Der Pudel hatte ein seltsames Image als Oma-Hund bekommen“, sagt Udo Kopernik vom VDH.

Vielleicht hätten die Jacob Sisters das Schoßhund-Image befördert, weil die singenden Schwestern immer und stets mit einem weißen Zwergpudel auf dem Arm auftraten. Vielleicht waren es auch die Volahiku-Frisuren, die die Rasse in Verruf brachten. Doch nun gibt es eine Wende.

Der Pudel ist in der Welpen-Statistik wieder auf den sechsten Platz von immerhin 364 anerkannten Hunderassen geklettert – weit vor Mops, Malteser und Bearded Collie. Nur von Schäferhund, Teckel, Golden und Labrador Retriever und dem bei Jägern beliebten Deutsch Drahthaar gab es laut VDH-Statistik 2018 mehr Welpen.

Pudel sind für Allergiker geeignet

Pudel werden wieder geschätzt. Dabei ist es oft gar nicht die Liebe auf den ersten Blick. Auch bei Rantje und Uwe Jans aus Plön nicht. Das Ehepaar entschied sich für einen Golden Retriever. Doch wegen einer Allergie in der Familie kam das Paar auf den Pudel, der zu den allergikergeeigneten Rassen zählt.

Hier sehen Sie Bilder von Pudel-Besitzern.

„Wir wollten eigentlich einen Labradoodle, also einen Mix aus Labrador Retriever und Großpudel. Doch kein Züchter konnte garantieren, dass die Tiere so allergenarm wie Pudel sind und nicht haaren“, sagt Ratje Jans. Also hat das Paar lieber das Original gewählt, eine weiße Großpudelhündin. Sie habe nicht nur dem Allergiker Erleichterung gebracht, sondern ganze Arbeit geleistet und das Ehepaar zu überzeugten Großpudelfans gemacht. Heute haben sie zwei Großpudel, einer davon wurde aus schlechter Haltung gerettet.

Pudel sind lernwillig - müssen aber erzogen werden

„Ob bei den quirligen Pfadfindern, den Menschen im Seniorenheim oder Wachkoma-Patienten oder beim Lauftraining – wir haben die Hunde schon unterschiedlichsten Situationen ausgesetzt, und sie haben sich auf jede problemlos eingestellt“, erzählt die Plönerin, „Pudel sind lernwillig und von schneller Auffassungsgabe, aber auch sie müssen erst einmal erzogen werden. Von allein geht nichts.“

Und es gebe beim Pudel einen echten Wermutstropfen: die aufwendige Pflege. Das Fell – beim Pudel spricht man von Wollhaar – muss regelmäßig gekämmt und geschoren werden. „Sonst wächst es immer länger und verfilzt von unten nach oben, mit Folgen für die Gesundheit.“

Diesen Aufwand dürfe man nicht unterschätzen. „Entweder kostet das Geld, wenn man das Tier zum Hundefriseur bringt, da zahlt man bei einem Großpudel alle sechs bis acht Wochen 100 bis 130 Euro mit Baden. Oder man macht es selbst, das kostet viel Zeit.“

Lesen Sie auch: Interview mit Dorit Feddersen-Petersen - Pudel brauchen kein Krönchen und anderem Tüddelüt 

Kleinere Pudel toben auch gerne

Etwas geringer ist der Aufwand bei den kleineren Pudelschlägen – dem Standard-, Zwerg- oder den kleingezüchteten Toypudeln. Manuela Papst hat ihr gesamtes Erwachsenenleben mit Pudeln verbracht. Seit zwei Jahren hat die Kielerin eine Zwerghündin.

„Diese Rasse ist extrem anpassungsfähig. Ich kann mit meiner Eva toben bis zum Abwinken, aber auch mal gemütlich durch die Stadt schlendern und sie im Bus mitnehmen. Sie bleibt immer ruhig und freundlich, das schätze ich wirklich.“ Und auch wenn es zu Hundefriseurin Ingrid Inselmann geht, lässt die Hündin die Prozedur stoisch über sich ergehen.

„Andere Hunde sind unruhig, knurren auch mal oder schnappen. Das erlebe ich bei Pudeln nie“, sagt die Hundefriseurin, die ursprünglich aus der Gastronomie stammt und sich mit ihrem Hundesalon „Hello Lucy“ einen Traum erfüllt hat. Sie hat in ihrer Kundschaft etliche Pudel.

Pudel ist in Russland sehr verbreitet

Die meisten wollen wie Manuela Propst einen Modernschnitt, also eine gleichmäßige Schur, bei der nur die Schnauze ganz kurz geschoren ist. „Es kommen aber zunehmend Leute, die das Haar an der Schnauze lang haben wollen. Wir nennen das Bärchenschur“, sagt die Hundefriseurin, die gerade erst zu einer speziellen Pudel-Pflege-Fortbildung in Russland war. „Dort ist der Pudel sehr verbreitet. Aber wir holen jetzt ja auf, und das hat diese Rasse auch verdient.“

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Pudel sind außerordentlich intelligent, aber auch anpassungsfähig - auch deshalb ist die Rasse beliebt. Dorit Feddersen-Petersen hat am Institut für Haustierkunde der CAU Kiel viele Jahre mit Pudeln gearbeitet. Im Interview spricht sie über Eigenschaften und Aufgaben der beliebten Hunderasse.

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