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Schleswig-Holstein Lucke: Puigdemont will Ehrenwort geben
Nachrichten Schleswig-Holstein Lucke: Puigdemont will Ehrenwort geben
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17:28 28.03.2018
Von Stephan Ures
Bernd Lucke, Europaabgeordneter der LKR (Liberal Konservative Reformer), trat nach seinem Besuch beim katalanischen Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont vor der Justizvollzugsanstalt Neumünster vor die Presse. Quelle: Stephan Ures
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Neumünster

Lucke hat den spanischen Politiker, der am Sonntag aufgrund eines europäischen Haftbefehls nahe der deutsch-dänischen Grenze festgenommen worden war, am Mittwoch für etwa 90 Minuten gesprochen. Nach Angaben der LKR und allem, was bislang öffentlich bekannt wurde, ist Lucke der erste deutsche Parlamentarier, der Puigdemont in der Justizvollzugsanstalt besucht hat.

Nach dem Gespräch sagte der Europaabgeordnete aus Winsen bei Hamburg, er halte Puigdemont für "einen politischen Verfolgten". In der Unterredung, die unter vier Augen stattfand, habe ihm der 55-Jährige gesagt, er werde in Deutschland kein politisches Asyl beantragen. Er sei sich darüber im Klaren, dass er als EU-Bürger in einem anderen Land der Europäischen Union darauf keinen Anspruch habe.

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Diese Annahme, dass es innerhalb der EU keine Gründe mehr dafür geben könne, in einem anderen Land Asyl zu suchen, beispielsweise wegen politischer Verfolgung Andersdenkender, müsse offenbar überdacht werden, sagte Lucke. Puigdemont sei geradezu ein "Paradebeispiel" dafür, dass jemand wegen seiner politischen Überzeugungen von Staats wegen drangsaliert werde.

Nach Luckes Angaben fühlt sich der spanische Häftling den Umständen entsprechend wohl und von den deutschen Behörden korrekt behandelt. Er habe "keinen Grund zur Klage" geäußert. Dennoch bemängelte Lucke, das Puigdemont "wie ein Straftäter" ohne jegliche Sonderbehandlung untergebracht sei.

Prof. Lucke war Gründungsmitglied der Alternative für Deutschland (AfD) sowie einer deren Bundessprecher sowie deren Spitzenkandidat zur Europawahl 2014, ehe er 2015 nach Querelen aus der AfD austrat. 2016 gründete er die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die sich später in Liberal-Konservative Reformer umbenannte.

28.03.2018
28.03.2018
Christian Hiersemenzel 28.03.2018