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Schleswig-Holstein Quarantäne-Regelung wird angepasst: Jetzt nur noch zehn statt 14 Tage
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Quarantäne in SH: Das sind die neuen Regeln - nur noch 10 statt 14 Tagen

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17:35 06.01.2022
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Die Quarantäne-Dauer in SH wird verkürzt auf zehn Tage.
Die Quarantäne-Dauer in SH wird verkürzt auf zehn Tage. Quelle: Zacharie Scheurer/dpa (Symbolfoto)
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Kiel

Schleswig-Holstein verkürzt die Quarantäne-Dauer: Statt bisher 14 Tage müssen sich Kontaktpersonen von Infizierten nur noch zehn Tage absondern. Begründet wird die Verkürzung mit der Dominanz der Omikron-Variante in Schleswig-Holstein und der bundeseinheitlichen Anpassung der Quarantänezeiten. Auch soll mit den neuen Quarantäne-Regeln die Handlungsfähigkeit der Gesundheitsämter sichergestellt werden. Für Infizierte bleibt die Regelung bei 14 Tagen.

Die Lockerung dürfte Unternehmen wie Privatpersonen freuen: An der Imland-Klinik und dem Westküsten-Klinikum sorgten die bisherige Quarantäne-Regelung für Engpässe beim Personal. Zudem können Tausende Discobesucher, die bei Weihnachts- und Silvesterpartys Kontakt zu einem Omikron-Fall hatten, nun früher aus der Quarantäne entlassen werden.

Die neuen Quarantäne-Regeln für Schleswig-Holstein im Überblick

Die neuen Quarantäne-Regeln in Schleswig-Holstein gelten ab sofort. Und das sind die Eckpunkte:

  • Enge Kontaktpersonen ohne Symptome: Die Quarantänedauer beträgt nur noch zehn Tage – unabhängig vom Nachweis einer bestimmten Variante bei der Indexperson.
  • Automatische Beendigung der Quarantäne ohne Test nach zehn Tagen.
  • Enge Kontaktpersonen mit Symptomen: Um aus der Quarantäne entlassen zu werden, ist ein negatives PCR-Testergebnis erforderlich. Personen, denen ein negatives Testergebnis vorliegt, sind aus der Quarantäne zu entlassen.
  • Zu beachten ist, dass Geimpfte in Quarantäne müssen, wenn ein VOC-Nachweis (hier v.a. Omikron) bei der Indexperson vorliegt.
  • Infizierte: Die 14-tägige Frist zur Isolation beginnt an dem Tag, an dem die ersten Symptome aufgetreten sind. Gab es keine, zählt der Tag, an dem der PCR-Abstrich genommen wurde. Die Quarantäne ende nach 14 Tagen automatisch.

Ausnahmen sind für bestimmte Berufsgruppen vorgesehen:

  • Für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur (medizinisches und pflegerisches Personal, Kinderbetreuung, Bildungseinrichtungen, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation sowie Energie- und Wasserversorgung): Bescheinigt der Arbeitgeber Personen mit Grundimmunisierung eine Beschäftigung, kann die Quarantäne zum Zwecke der Arbeitsaufnahme bereits nach fünf Tagen mittels negativem PCR-Test beendet werden.
  • Nötigenfalls können für die vorgenannten Berufsgruppen quarantäneersetzende Maßnahmen Anwendung finden, um die Versorgung nicht zu gefährden. Die derzeit dominierende Variante ist leicht übertragbar. Wenn quarantäneersetzende Maßnahmen zur Anwendung kommen, ist auf die Risikobewertung und die Notwendigkeit der Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen besonders hinzuweisen. Die Verantwortung für das Management mit bestmöglicher Risikominimierung liegt bei den jeweiligen Einrichtungen.

Betroffene müssen sich eigenständig in Quarantäne begeben

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass

  • Infizierte,
  • enge Kontaktpersonen (nicht geimpft und nicht genesen) bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen sowie
  • geimpfte und genesene enge Kontaktpersonen bei Vorliegen eines Omikron-Nachweises bei dem Infizierten

eigenverantwortlich sich in Absonderung begeben müssen – unabhängig davon, ob sie vom Gesundheitsamt kontaktiert werden.

Betroffene müssen eigenverantwortlich in Quarantäne

Die Quarantäne und Isolation erfolgt üblicherweise im eigenen Haushalt. Außerdem sollte der oder die Betroffene eigenständig Kontaktpersonen über den Infektionsfall informieren, so dass diese Personen ebenfalls eigenverantwortlich der Absonderungspflicht nachkommen können.

„Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um Infektionsketten zu unterbrechen“, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Selbstverantwortung jedes oder jeder Einzelnen hat also eine zentrale Bedeutung bei der Bewältigung des Geschehens der Pandemie.

Darum wird die Quarantäne auf zehn Tage verkürzt

Hintergrund der Verkürzung ist, dass bei der Omikron-Variante – die in Schleswig-Holstein dominierend ist – von einer kürzeren Inkubationszeit auszugehen ist. Dadurch ist eine Weiterverbreitung in einer kürzeren Zeitspanne möglich. „Dies führt einerseits zu einem schnellen Anstieg von Infektionen, rechtfertigt aber andererseits eine Änderung (Verkürzung) der Absonderungszeiten“, so das Gesundheitsministerium.

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Die Beratungen auf Bundesebene berücksichtigen auch die Funktionsfähigkeit der sozialen Infrastruktur und der sozialen Dienste. Ausnahmen von den aktuell geltenden Absonderungsregelungen sind bereits jetzt möglich, um die Versorgung nicht zu gefährden.

06.01.2022
Christian Hiersemenzel 06.01.2022