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Schleswig-Holstein Stegner vergleicht Meuthen und Goebbels
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Ralf Stegner zieht auf Twitter Parallele zwischen Meuthen und Goebbels

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16:29 21.07.2020
Jörg Meuthens (AfD) Auftritt im ARD-Sommerinterview sei eine "unglaubliche Schmierenkomödie", so Ralf Stegner (SPD; rechts) auf Twitter. Quelle: dpa
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Kiel

„Der Führer der rechtsradikalen AfD Meuthen säuselt treuherzig in die Mikrofone, er dulde keine Rechtsextremisten in seiner Partei. Das ist in etwa so glaubwürdig, als hätte Goebbels erklärt, er bekämpfe den Antisemitismus“, schrieb er gestern. Stegner nahm Bezug auf ein am Sonntag in der ARD gesendetes Sommerinterview mit Meuthen. Der Bundessprecher der AfD hatte darin gesagt: „Rechtsextremisten in der Partei dulden wir in unseren Reihen nicht. Da sind wir sehr, sehr rigide.“ Stegner nannte das Interview eine „unglaubliche Schmierenkomödie“. Sein Tweet wurde bis am Nachmittag fast 400 Mal mit dem „Gefällt mir“-Button markiert, zugleich warfen ihm einige Kommentatoren im sozialen Netzwerk aber Hass und Hetze vor.

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Der AfD-Fraktionschef im Landtag, Jörg Nobis, findet den Goebbels-Vergleich „verwerflich“. Stegner habe damit das Spielfeld der politischen Auseinandersetzung verlassen und dokumentiert, „dass er nicht einmal vor der Verharmlosung des Nationalsozialismus zurückschreckt, wenn er sich von der Grenzverletzung einen Gewinn an Aufmerksamkeit erhofft.“ Das sei völlig inakzeptabel. „Der SPD-Kreisverband Pinneberg hat nun darüber zu befinden, inwieweit die SPD solche Ausfälligkeiten duldet und mit Bundestagsmandaten belohnt oder ob sie Ralf Stegner dafür die Rote Karte zeigt“, so Nobis. Stegner hatte vor Kurzem angekündigt, dass er 2021 im Wahlkreis Pinneberg für den Bundestag kandidieren will.

Auf Anfrage blieb Stegner bei seiner Linie: „Wer einer Partei vorsitzt, der Björn Höcke angehört, von dem Herr Gauland behauptet er sei in der Mitte der Partei und den man richterlich festgestellt aufgrund einer überprüfbaren Tatsachengrundlage als Faschist bezeichnen kann, bekämpft nicht den Rechtsextremismus, sondern fördert ihn.“ Es sei Methode der Rechtsextremen „den Biedermann zu geben, wo in Wirklichkeit Brandstifter am Werk sind“. Das dürfe man der Partei aber nicht durchgehen lassen.

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