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Schleswig-Holstein Ermittler erhalten Bekennerschreiben
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11:00 13.02.2020
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Umgeworfen und beschmiert: Unbekannte haben vor drei Wochen im Jagdrevier Lilienthal gewütet. Quelle: Sibylle Haberstumpf
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Schönkirchen/Kiel

Weitere Ergebnisse können die Beamten vom Kommissariat 5 für politische Straftaten aber noch nicht verkünden. Den Schaden an den Hochsitzen hatte Revierinhaber Peter Engel gemeldet. Er und weitere Jäger fühlten sich bedroht.

Vor drei Wochen waren in dem Revier Lilienthal mehrere Hochsitze umgestürzt und beschädigt worden. Unter anderem waren sie mit "Hunt the Hunters" (Jagt die Jäger) oder mit dem Kürzel "ALF" beschmiert worden, was für die radikalen Tierschutz- und Anti-Jagd-Aktivisten der Animal Liberation Front steht. Diese Botschaften gelten als eindeutig.

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Ähnlich verhält es sich mit dem Bekennerschreiben. Darin heißt es: "Unser Handeln richtet sich gegen die Tötung und Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren. Dabei ist die Jagd nur ein Teil dessen, was wir verurteilen." Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um mehrere Täter handelt. Weiterhin gebe es aber keine dezidierten Erkenntnisse zu einer gefestigten Gruppe der Animal Liberation Front in der Region Kiel, sagte Arends.

Keine eindeutigen Spuren zu den Tätern

Neuere Spuren zu den Tätern gebe es weiterhin nicht, sagte Arends. Auch Zeugenaussagen liegen nicht vor. Ein abfotografierter Schuhabdruck sei wahrscheinlich nicht eindeutig genug für die Spurenverwertung. Die Aktivisten selbst wiesen in ihrem Bekennerschreiben jegliche Gewalt gegen Menschen zurück. Selbst eine Formulierung wie "Jagt die Jäger" sei keineswegs als Aufruf zu verstehen – so zumindest die Aktivisten.

"Aus diesem Grund achten wir auch stets darauf, dass wir jegliche Gefährdung von Jäger*innen und anderen Menschen, die die Hochsitze betreten, ausschließen können", heißt es im Schreiben. "Es ist nicht der jagende Mensch selbst, den wir bekämpfen, sondern die Beschäftigung der Jagd." Die Polizei bestätigte zumindest: "Bisher wurden nur Sprossen angesägt, um die Hochsitze umzukippen", sagte Arends.

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Jäger Peter Engel sagte: "Wir konnten erst einen der vier Hochsitze reparieren." Dahinter stecke viel Mühe. Zurzeit sei die Jagd an den betroffenen Stellen nicht möglich. Ein Problem, so Engel, denn gerade die Wildsauen verursachten nun große Schäden. Die Verfasser des Bekennerschreibens bezeichnet der Jäger als "arme Idioten" und die Wortwahl als "hanebüchen".

Er glaube nicht, dass die Verfasser den Jägern ans Leben wollten. "Aber wir fühlen uns trotzdem weiterhin in gewisser Weise bedroht." In dem Schreiben hieß es, die Gruppe freue sich "auf ein heißes Frühjahr". Es sei zumindest zu befürchten, dass noch mehr Hochsitze beschädigt werden könnten. "Wir müssen abwarten", so Engel.

Von Niklas Wieczorek und Sibylle Haberstumpf

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