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Schleswig-Holstein Land stoppt umstrittenes Schulmaterial
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07:00 05.10.2015
Von Ulf Billmayer-Christen
So sollte das Deckblatt für das Schulmaterial über Regenbogenfamilien aussehen. Quelle: hfr
Kiel

Die Landesregierung hat die Einführung des umstrittenen Schulmaterials über Regenbogenfamilien gestoppt. Das teilte ein Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage mit. Das Arbeitsmaterial sei nach Einschätzung des Bildungsministeriums in der vorliegenden Form „nicht geeignet für die Schulen“. Das Material sollte in Grundschulen eingesetzt werden, um vermutete Vorbehalte gegen Lesben, Schwule und Transsexuelle abzubauen.

 Bereits der erste Entwurf des Methodenschatzes „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“, der Anfang des Jahres bekannt geworden war, hatte Proteste ausgelöst. Grund: In den Materialien für den Deutschunterricht in den dritten und vierten Klassen wurde eine Familie aus Vater, Mutter und Kind teils als Ausnahme dargestellt. Kritik kam auch vom Lesben- und Schwulenverband. Er hatte den Broschürenauftrag des Sozialministeriums an das Kieler Petze-Institut für Gewaltprävention weitergeleitet und versprach eine überarbeitete Version. Sie sollte eigentlich im Frühjahr vorgestellt werden.

 Dieser Termin wurde vom Sozialministerium immer wieder mit dem Hinweis verschoben, dass die Prüfung des korrigierten Materials im Schulressort andauere. Hinter den Kulissen war allerdings früh zu hören, dass die Materialsammlung (Kosten angeblich 20000 Euro) beerdigt werden solle und das wenn möglich ohne große Schlagzeilen.

 Das Projekt könnte allerdings in anderer Form aufleben. „Das Bildungsministerium wird in Abstimmung mit dem Sozialministerium erarbeiten, in welcher Form das Thema an den Schulen behandelt werden sollte“, sagte ein Sprecher des Sozialressorts. Einen Termin nannte er nicht. Vater der Idee, die Themen Akzeptanz und Vielfalt kindgerecht zu vermitteln, war der Landtag. Er hatte Anfang 2014 mit Stimmen von SPD, Grünen, FDP, Piraten und SSW gefordert, auch in Schulen „unterschiedliche sexuelle Identitäten“ als „selbstverständliche Lebensweise“ zu vermitteln.

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