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Schleswig-Holstein Rentenpaket: Viele Senioren in Schleswig-Holstein sind enttäuscht
Nachrichten Schleswig-Holstein Rentenpaket: Viele Senioren in Schleswig-Holstein sind enttäuscht
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09:45 21.11.2019
Von Heike Stüben
Reiner Heyse und Brigitte Gehrke haben schon viele Berechnungen zur Grundrente vorgenommen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Grundrente sollen Alleinstehende mit einem Gesamteinkommen bis 1250 Euro im Monat und Paare mit einem Einkommen bis zu 1950 Euro erhalten, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen: Sie müssen 35 Jahre Arbeit oder andere Tätigkeiten vorweisen, die als „Grundrentenzeit“ anerkannt werden. Außerdem dürfen sie nicht zu viel und nicht zu wenig verdient haben. Das Bundesarbeitsministerium geht davon aus, dass 1,2 bis 1,5 Millionen Rentner die Grundrente bekommen. Insgesamt gibt es rund 20 Millionen Alters- und Erwerbsminderungsrentner. Der Sozialverband in Schleswig-Holstein und der Sozialverband VdK Nord begrüßen den Kompromiss. Dies sei ein Anfang.

Paket der Grundrente bleibt umstritten

„Der Norden hat besonders viel von der Grundrente“, ist Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, überzeugt. „Viele, die ihr Leben lang gearbeitet haben und trotzdem nur über eine geringe Rente verfügen, können jetzt aufatmen.“ Der Kompromiss sei ein großer Erfolg und ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Rentner-Organisationen widersprechen. „Die Grundrente stärkt gerade nicht die Solidarität, weil viele Millionen Rentner davon ausgeschlossen werden. Frauen und Niedrigstverdiener sind besonders betroffen“, kritisiert Reiner Heyse vom Seniorenaufstand, einer Initiative norddeutscher Gewerkschaftssenioren. Mit der Vermeidung von Altersarmut habe das nichts zu tun, mit einer Anerkennung von Lebensleistung nur sehr selektiv. „Die Grundrente bleibt in der Armutszone – sie bietet keinen Schutz vor Altersarmut.“

Enttäuschung bei Rentnern mit einer Betriebsrente

Enttäuschung auch bei vielen Rentnern, die mit einer Betriebsrente oder Direktversicherung für das Alter vorgesorgt haben. Sie müssen seit 2004 auf ihre Zusatzrente doppelte Krankenkassenbeiträge zahlen. Dadurch haben sie von der Zusatzrente rund 18,8 Prozent weniger in der Tasche. Von einer Einmalzahlung über 50000 Euro bleiben nur 40600 Euro übrig. Ab 2020 soll ein Freibetrag das für vier Millionen Rentner abmildern: Laut Bundesgesundheitsministerium zahlen dann 60 Prozent der Betroffenen nur noch die Hälfe an die Krankenkasse und 40 Prozent sparen 300 Euro im Jahr. Für Thomas Hintsch vom Vorstand des Vereins der Direktversicherungsgeschädigten „ein fauler Kompromiss, der viel Bürokratie und wenig Erleichterung bringt.“ Man prüfe daher den Gang zum Bundesverfassungsgericht.“

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