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Schleswig-Holstein Aufregung im PUA: Bandidos im Zuschauerraum
Nachrichten Schleswig-Holstein Aufregung im PUA: Bandidos im Zuschauerraum
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17:06 04.02.2019
Von Bastian Modrow
Peter B. zeigte sich am Montag im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss.  Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Im Anzug und in Begleitung eines anderen Mitglieds der Bandidos wollte er der Befragung von Martin H. beiwohnen.

Peter B. darf bleiben

Vereinzelt wurden Forderungen im Saal und bei Abgeordneten laut, Peter B. von der Anhörung auszuschließen. Dem folgte der Ausschuss allerdings nicht.

Zurzeit läuft die Befragung von Martin H., einem der beiden Ermittler, die schwere Vorwürfe gegen ehemalige Polizeiführer wegen Aktenmanipulation, fortgesetztem Mobbing und Unterdrückung von Beweismitteln erhoben hatten und Kronzeugen in der Rocker-Affäre sind.

Martin H., der zusammen mit seinem Kollegen Axel R. damals für die Ermittlungen im Subway-Fall verantwortlich war, zeichnete in seinem Vortrag vor den Angeordneten ein düsteres Bild über die damalige Soko Rocker. "Es gab nicht ausreichend Personal und es mangelte an der erforderlichen Professionalität", sagte H., der bei der Kieler Kriminalpolizei tätig ist. Seiner Auffassung nach sei die Aufgabenverteilung "zu schwammig" gewesen, der Austausch untereinander nicht transparent genug. "Der Oberstaatsanwalt O. war häufig nicht erreichbar gewesen und konnte nur per Mail kontaktiert werden", so Martin H. Grundsätzlich habe es in der Soko weder Führungskultur noch -struktur gegeben. "Der Leiter Mathias E. war von der Materie überfordert, das störte viele Kollegen."

Auffälligkeiten und Versäumnisse

Im PUA sprach er am Vormittag mehr als eineinhalb Stunden lang über Auffälligkeiten und Versäumnisse, die er in der Soko, vor allem aber bei den Ermittlungen zum Subway-Überfall festgestellt habe. "Es sind 15 Bandidos festgenommen worden, aber nicht bei allen wurde die Kleidung beziehungsweise die Handys gesichert, obwohl zu diesem Zeitpunkt unklar war, wer für die Messerattacke verantwortlich war“, führte Martin H. als Beispiel auf. Ungewöhnlich sei ebenso, dass die Durchsuchung des Vereinsheims – eine Villa, in der der damalige Bandidos-Präsident wohnte – gerade einmal 55 Minuten gedauert habe. "Merkwürdig auch, dass es keine Fotos von der Durchsuchung gibt", sagte H. Obwohl schnell klar gewesen sei, dass am Tag der Messerattacke, dem 13. Januar 2010, viele polizeiliche Maßnahmen nicht vernünftig abgelaufen seien, habe es mehr als vier Monate lang keine Einsatznachbesprechung gegeben. "Das hat erst mein Kollege Axel R. initiiert, weil er noch Fragen an beteiligte Beamte hatte", sagte R.

Weitere Informationen zum PUA finden Sie hier. 

Hier finden Sie Fotos vom 2. Tag des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Kiel. 

Von KN-online

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