Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Rund 280 Feuerwehr-Einsätze in der Silvesternacht
Nachrichten Schleswig-Holstein Rund 280 Feuerwehr-Einsätze in der Silvesternacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:37 01.01.2019
Von Alexander Abel
Der Jahreswechsel bescherte den Feuerwehren in Schleswig-Holstein reichlich Arbeit. Quelle: Frank Behling
Kiel

In vielen Städten und Orten Schleswig-Holsteins haben die Menschen ins neue Jahr gefeiert - und das weitgehend friedlich. Es seien bislang weder größere Unfälle mit Feuerwerkskörpern noch Gewalttaten oder sexuelle Übergriffe gemeldet worden. Bei der überwiegenden Anzahl der durch Silvesterfeuerwerk verursachten Brände blieb es bei geringem Sachschaden. Insgesamt wurden die Feuerwehren in Schleswig-Holstein rund 280 Mal alarmiert. Die Polizei in Schleswig-Holstein wurde zu über 620 Einsätzen gerufen.

Kiel: Kinder verletzten sich durch Böller, Frau schwer verletzt

Die Polizei Kiel wurde an Silvester 2018 insgesamt 311 Mal zu Einsätzen gerufen - 54 davon entfielen auf den Kreis Plön. Das ist ein deutlicher Anstieg: Vergangenes Jahr rückten die Beamten im Kreis Plön zu 41 Einsätzen aus, in Kiel waren es 160. Die Feuerwehr wurde zu 57 Einsätzen gerufen - davon allein 31 in der Landeshauptstadt.

Ein Großteil der Einsätze beschäftigte sich mit Körperverletzungen: 21 gab es in Kiel, zwei im Kreis Plön. Darüber hinaus kam es zu neun Familienstreitigkeiten (im Kreis Plön zwei davon mit häuslicher Gewalt) und neun Ingewahrsamnahmen. Sechs Sachbeschädigungen wurden zur Anzeige gebracht. Insgesamt dreizehn Containerbrände wurden gezählt.

  • Überwiegend brannten Müllcontainer.
  • In Kiel haben sich zwei achtjährige Kinder und ein elf Jahre altes Kind an den Händen durch Böller verletzt.
  • Eine bewusstlose Frau mit schweren Kopfverletzungen wurde in Schönberg (Kreis Plön) gefunden. Die Ursache ist noch unbekannt. Weitere Details hierzu will die Polizei am Mittwoch mitteilen.

Frau von Feuerwerk verletzt, Autofahrer verunglückt, Attacke mit Baseballschläger

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde rückten die Feuerwehren 20 Mal zu Kleinbränden aus. Die Polizei wurde 28 Mal gerufen - das sind vier Einsätze mehr als 2017. Meist ging es um alkoholbedingte Streitigkeiten, aber auch kleinere Brände durch verirrte Feuerwerkskörper oder sich wieder entfachende Feuerwerksbatterien.

  • Bei Emkendorf verunglückte ein Autofahrer auf einem abgelegenen Weg und wurde verletzt. Die Feuerwehr hatte Mühe, den Unfallort zu finden - konnte den Verletzten dann aber zügig befreien.
  • Um 0.15 Uhr (01.01.19) mussten insgesamt sechs Funkwagen in die Nienstadtstraße in Rendsburg entsandt werden. Eine 22-jährige Frau war von einem Feuerwerkskörper am Fuß getroffen worden. Sie musste vor Ort behandelt werden.
  • Als die Sache in einem Hausflur "geklärt" werden sollte, eskalierte der Streit, wobei auch ein Baseballschläger zum Einsatz kam und einen 27-Jährigen am Kopf traf. Sein Kontrahent (29) versteckte sich vor der eintreffenden Polizei, konnte aber in einer Wohnung festgenommen und in Gewahrsam genommen werden. Es wird wegen Körperverletzung ermittelt.
  • In Bordesholm wurde ein 49-Jähriger nach einem handfesten Familienstreit in Gewahrsam genommen. Der Familienfrieden geriet schon am 31.12.18, 20.50 Uhr in der Mühlenstraße ins Wanken. Der Mann pustete 2,4 Promille und muss sich nun wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.
  • Um 0.25 Uhr (01.01.19) brannte am Lindenplatz eine Hecke. Sie war durch eine falsch aufgestellte Silvesterbatterie in Brand geraten.
  • Um 1.20 Uhr wurde ein 61-jähriger Autofahrer schwer verletzt, als er im Bereich Hopfenkrug / Liethberg (Bordesholm) einen Graben überfuhr, zwischen Bäumen hindurch über einen Parkplatz raste, sich überschlug und auf dem Dach liegen blieb. Der Fahrer stand unter Alkoholeinfluss; ein Test ergab einen Wert von 2,4 Promille. Der Führerschein wurde beschlagnahmt, eine Blutprobe entnommen.
  • Noch nicht näher beziffert werden kann der Sachschaden, der bei einem Carportbrand in Wattenbek (Rosenstraße) entstand. Die Feuerwehr wurde am 1. Januar 2019, gegen 1.20 Uhr, alarmiert. Eine abgebrannte, aber nicht erloschene Feuerwerksbatterie war unter dem Carport abgelegt worden und hatte sich möglicherweise wieder entzündet. Die ersten Löschmaßnahmen des Eigentümers verhinderten Schlimmeres. Ein abgestellter VW wurde beschädigt. Verletzt wurde niemand.

So war Silvester in Eckernförde und Felm

Die Einsatzleitstelle in Kiel verzeichnete für den Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Eckernförde neun Einsätze - deutlich weniger als 2017/18 mit 14 Einsätzen. Die Beamten sprachen deshalb von einer friedlichen Nacht. Bei den neun Einsätzen ging es vorwiegend um Streitschlichtung, um Beschwerden wegen böllernder Jugendlicher oder wegen des Abbrennens von Pyrotechnik in der Nähe von Reetdächern.

  • Im Kneipenviertel  von Eckernförde wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung aufgenommen und am Parkhaus wurden Scheiben offenbar durch Böller beschädigt.
  • In Felm (Dorfstraße) kam es bereits am Silvesterabend (31.12.18, 22.50 Uhr) zu einem Garagenbrand. Die Flammen griffen auch auf die Fassade und den Dachstuhl des Wohnhauses über. Es entstand Gebäudeschaden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Verletzt wurde niemand.
  • Und ebenfalls in Felm verhinderten Partygäste den versuchten Diebstahl eines größeren Bierfasses, das ein 17-Jähriger um 2.15 Uhr (01.01.19) für sich beanspruchte. Er wurde der Polizei übergeben.

Vier Großbrände in einer Nacht

Die Leitstelle Süd für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein nannte 62 Brandeinsätze. Allein 27 Mal brannten Mülltonnen und -container. Und es wurden vier Großbrände gezählt:

  • In Geesthacht brannte ein Dachstuhl.
  • In Kröppelshagen ging ein Gebäudeanbau in Flammen auf.
  • In Neuschönningstedt (Reinbek) brannte ebenfalls ein Dach und in Glinde brannten auf einem Firmenge-lände ein LKW und mehrere PKW.

Silvester in Neumünster: Mädchen erlitt Brandverletzung

Die Beamten der Polizei Neumünster erlebten wie im vergangenen Jahr einen vergleichsweise ruhigen Jahreswechsel. Die Gewahrsamszellen blieben leer, bilanzierte der Dienstgruppenleiter beim 1. Polizeirevier. Insgesamt wurde die Polizei zu 52 Einsätzen gerufen. Vergangenes Jahr waren es 56.

  • In zehn Fällen musste die Feuerwehr ausrücken, weil Müllcontainer brannten oder auch Grundstückshecken. Ursächlich dürften abgefeuerte Silvesterbatterien sein, die zu früh entsorgt wurden und sich durch den frischen Wind begünstigt wieder entzündeten.
  • Im Lerchenweg wurde gegen 0.35 Uhr (01.01.19) ein brennender Dachstuhl gemeldet. Während der Hauseigentümer den Jahreswechsel feierte, stellte er Rauchschwaden aus dem Dach fest und alarmierte die Einsatzkräfte. Möglicherweise hatte eine verirrte Silvesterrakete den Brand verursacht. Das Haus ist wegen des Löschwassers unbewohnbar. Die Brandstelle ist beschlagnahmt, die Kripo Neumünster ermittelt die genaue Brandursache. Die Familie mit zwei Kindern kommt bei Verwandten unter.
  • Fast zur gleichen Zeit (0.30 Uhr) entzündeten sich laut Polizei auch die Gemüter. Auf der Juliusstraße in Neumünster kam es zunächst zu einem verbalen Streit zwischen den Gästen zweier Partys. Beleidigende Worte eines 29-Jährigen wurden mit dem Abfeuern einer Rakete in Richtung der Gegenpartei beantwortet. Ein Mädchen erlitt leichte Verletzungen. Die Eltern wollten heute im Laufe des Tages einen Arzt aufsuchen.

Silvester im Kreis Segeberg: Großbrand in Bad Bramstedt

38 Feuerwehreinsätze zählte die Leitstelle Holstein für den Kreis Segeberg. Die Polize hatte deutlich mehr zu tun. Sie rückte in den Kreisen Segeberg und Pinneberg insgesamt 225 Mal aus. Vergangenes Jahr waren es 254 Einsätze.  Abgesehen von alkoholbedingten Streitigkeiten und Körperverletzungen kam es vor allem zu Sachbeschädigungen und kleineren Bränden.

  • In Norderstedt kam es zu einem Brand in einem Reihenhaus. Die Bewohner blieben aber unverletzt.
  • Totalschaden gab es dagegen bei einem Großbrand in der Pastor-Hümpel-Straße in Bad Bramstedt. Hier griff ein Feuer in einer Mülltonne zunächst auf das Carport, dann auf das Wohnhaus über. Der Neubau ist unbewohnbar. Verletzt wurde auch hier niemand.
  • In Elmshorn entflammte gegen Mitternacht ein Carport im Maria-Dettmann-Weg. Ein Übergreifen des Brandes konnte jedoch verhindert werden. Bei den Löschversuchen erlitt eine Person leichte Verletzungen. Sanitäter brachten diese daher in ein nahegelegenes Krankenhaus.

Bitumen-Platten gingen in Flammen auf

Die Leitstelle West meldete für die Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg insgesamt 45 Feuerwehreinsätze.

  • Überwiegend gingen auch hier Müllcontainer in Flammen auf.
  • Lediglich in Pinneberg wurde größerer Alarm ausgelöst, als bei der Firma Binné 35 Paletten mit Bitumen-Dachbahnen in Flammen aufgingen.
  • Etwa zwei Stunden später fingen ein Carport sowie ein Schuppen in der Pinneberger Straße Im Rosenfeld Feuer.
  • In Glückstadt kam es zu einem Zimmerbrand.
  • Ein RTW kam in Bedrängnis im Kreis Dithmarschen. Der Patient war renitent und psychisch auffällig. Er stand unter Alkohol und Drogen. Die Rettungswagenbesatzung fühlte sich von dem Patienten bedrägt, suchte diplomatisch den Rückzug und forderten die Polizei an. Diese konnte die Lage entspannen.

Norden von Schleswig-Holstein: Auto brannte in Flensburg

Die Leitstelle Nord in Harrisle meldete für die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg insgesamt 29 Brandeinsätze. Herausragend war hier ein Brand in Westre bei Ladelund. Dort griff ein Feuer von einem Carport auf ein Wohnhaus über. Fünf Freiwillige Feuerwehren waren dort im Einsatz. In Flensburg musste die Feuerwehr einen brennenden PKW in einem Carport löschen.

Kurioser Fall in Lübeck

In Lübeck musste die Feuerwehr 32 brennende Mülltonnen und Container löschen. Eher kurios war eine Alarmierung zu einem piependen Rauchmelder. Das Piepen kam jedoch aus einem Kühlschrank, dessen Tür offen gelassen wurde.

In Rendsburg wurde das Kreuzfahrt-Jahr 2018 in Schleswig-Holstein am Silvesterabend beendet. In der Stadt am Nord-Ostsee-Kanal wurden die letzten Kreuzfahrtpassagiere abgefertigt. Erstmals gab es mehr als 200 Traumschiffs-Besuche im Land zwischen den Meeren.

Frank Behling 01.01.2019

Ein seltener Mondfisch hat sich offenbar in die Nordsee verirrt und wurde am Strand von Sylt angespült. Spaziergänger fanden das seltene Tier. Nun wird es untersucht.

31.12.2018

Raclette oder Karpfen? Bleigießen oder "Dinner for One"? Wir wollten von Ihnen, liebe Leser, wissen, welche Rituale Sie an Silvester pflegen - und ob Sie gerne böllern und Raketen steigen lassen. Das sind die Ergebnisse.

31.12.2018