Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Russinnen bekommen Hilfe aus Neumünster
Nachrichten Schleswig-Holstein Russinnen bekommen Hilfe aus Neumünster
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:01 08.05.2018
Von Joachim Krüger
Foto: Elena Tsygankova (links), Nataliya Makuni und Michael Oswald
Elena Tsygankova (links) und ihrer Tochter Nataliya Makuni bedanken sich persönlich bei Michael Oswald vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für seine Unterstützung und zeigten ihm das einzig vorhandene Familienbild, das ihren Groß- und Urgroßvater zeigt. Quelle: Joachim Krüger
Anzeige
Neumünster

Seit seiner Pensionierung engagiert sich Michael Oswald (63) aus Neumünster, ehemaliger Offizier der Bundeswehr, als Beauftragter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Jetzt konnte er eine 61-jährige Moskauerin an das Grab ihres Großvaters führen.

Vladimir V. Rybakov trägt die landestypische Kopfbedeckung aus Usbekistan, wo er längere Zeit lebte. Quelle: Joachim Krüger

Ganze elf Tage vor Kriegsende fiel Vladimir V. Rybakov, der Obersergeant der Roten Armee, beim Sturm auf Berlin. Kurz zuvor hatte er den letzten Brief an seine Familie geschrieben, in dem er die Hoffnung ausdrückte, bald heimzukehren. Stattdessen erhielt seine Ehefrau von den sowjetischen Behörden wenig später eine dürre Notiz, dass er am Rande eines Dorfes irgendwo östlich von Berlin beerdigt worden sei.

Unterstützung bei der Suche

Vor einem Jahr bekam die Enkelin des Soldats, die Journalistin und Autorin Elena Tsygankova aus Moskau, im Internet den Kontakt zu einem 59-jährigen Neumünsteraner. Dieser kontaktierte wiederum Michael Oswald. Der Ex-Offizier sagte sofort seine Unterstützung bei der Suche zu. Drei Tage später lag das Ergebnis seiner Recherchen vor: Obersergeant Rybakov wurde laut eines beim Soldatenfriedhof in Halbe geführten offiziellen Registers unter der Nummer 133 ein Massengrab am Rande von Heinersdorf bei Berlin gelegt. Der Name des Orts war damals fehlerhaft in kyrillische Schrift übertragen worden. Aus Heinersdorf ein Haindorf geworden, was der Russin die Recherche erschwert hatte.

Treffen am Ehrenmal bei Berlin

Am 28. April, also am 73. Todestag von Vladimir V. Rybakov, trafen sich Elena Tsygankova und ihre Tochter Nataliya (30) am Heinersdorfer Ehrenmal mit dem Internet-Bekannten aus Neumünster. Eine Mitarbeiterin der Gemeinde befestigte ein vorab in Moskau gefertigtes Metallschild mit dem Namen und den Lebensdaten am Ehrenmal. Schon bald wird ein Steinmetz diese Angaben in eine der offiziellen Gedenktafeln übertragen.

Stephan Ures 08.05.2018
Schleswig-Holstein Dat güng rund: Leeder-Wettstriet op Platt - Bombenstimmung bi plattbeats
Heike Thode-Scheel 07.05.2018