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Schleswig-Holstein Atomfrachter hat Fehmarnbelt passiert
Nachrichten Schleswig-Holstein Atomfrachter hat Fehmarnbelt passiert
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17:14 13.09.2019
Von Frank Behling
Der russische Atom-Frachter "Sevmorput" hat am Freitagmorgen den Fehmarnbelt ohne Zwischenfälle passiert. Das Bild der Reederei Rosatom zeigt den Frachter mit den Containern von Maersk Line und Hamburg Süd bei der Abfahrt in Fernost. Quelle: Rosatom
Kiel

Laut den Aufzeichnungen der AIS-Daten war die "Sevmorput" kurz nach 2 Uhr durch den Fehmarnbelt und gegen 5.30 Uhr durch die Kadetrinne gefahren. Dabei fuhr der 260 Meter lange Atom-Frachter 16 bis 17 Knoten.

Die dänische Marine hatte die Fahrt überwacht. Bei Korsör hatte der Spezialfrachter in der Nacht auch einen Verband des Seemanövers Northern Coast passiert.

Bundespolizei war auf Seeposition in der Ostsee

In der deutschen Wirtschaftszone wurde das Schiff nicht gesondert eskortiert. Das Einsatzschiff "Eschwege" der Bundespolizei lag aber östlich von Fehmarn auf Seeposition in Bereitschaft. "Es handelt sich um die Fahrt eines Seeschiffes im Einklang mit den Regeln des Serechtsübereinkommens", teilte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion in Bad Bramstedt mit.

Auf der Fahrt der 1988 in Dienst gestellten "Sevmorput" von Kamschatka nach St. Petersburg werden 204 Kühlcontainer von den Reedereien Maersk Line und Hamburg-Süd sowie 66 weitere Container mit Gütern für St. Petersburg transportiert.

Nach Mitteilung der russischen Betreibergesellschaft Rosatom sind insgesamt 8500 Tonnen Ladung an Bord. 5000 Tonnen davon sind Fisch aus Fernost.

Am 20. August hatte das Schiff in Vostochniyy und vom 25. bis 29. August in Petropavlovsk auf Kamschatka geladen. Dabei war der Frachter auch in den Fahrplan der Reederei Maersk Line aus Kopenhagen integriert worden. Die Rückreise nach Fernost soll bereits in wenigen Tagen starten.

Sevmorput: Mit 20 Knoten durchs Eismeer - dank Kernreaktor

Die hohe Geschwindigkeit von zum Teil 20 Knoten hat der rote Frachter allein mit Hilfe seines kraftvollen KLT40-Kernreaktors erzeugt. Das für 135 Megawatt-Kraftwerk im Rumpf der "Sevmorput" ist ein Druckwasserreaktor mit bis zu 270 Brennelementen. Nur als Notantrieb und für die Sicherstellung der Kühlkreisläufe verfügt die vor 31 Jahren in Dienst gestellte "Sevmorput" jedoch noch über Dieselgeneratoren.

Diese Eisbrecher sollen für die Nord-Ost-Passage eingesetzt werden und dort Handelsschiffe eskortieren. Die erst in diesem Jahr neu eingerichtete Verkehrsverwaltung für diesen russischen Seeweg will das Transportaufkommen dort von heute 20 Millionen Tonnen auf mindestens 80 Millionen Tonnen 2024 steigern.

Durch die Nordostpassage werden besonders Rohöl, LNG, Nickel und Kohle als Massengut befördert. Die "Sevmorput" ist jetzt der erste Frachter im regelmäßigen Containertransport. 

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