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Schleswig-Holstein Atom-Frachter in der Ostsee unterwegs
Nachrichten Schleswig-Holstein Atom-Frachter in der Ostsee unterwegs
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15:19 12.09.2019
Von Frank Behling
Der russische Atomfrachter "Sevmorput" ist auf dem Weg mit 200 Containern Kühlfisch aus Asien nach St. Petersburg in Russland.  Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Fahrt der 200 Kühlcontainer von den Reedereien Maersk Line und Hamburg-Süd dürfte unter Klimaschutzaspekten in die Geschichte der Seefahrt eingehen. Der 260 Meter lange Frachter "Sevmorput" hat für die 14-tägige Fahrt vom Hafen Petropavlovsk auf Kamschatka in die Ostsee keine Abgase am sibirischen Seeweg verursacht.

Am Donnerstag ist die "Sevmorput" durch das Skagerrak ins Kattegat eingelaufen. Donnerstagabend soll das Schiff in den Großen Belt einlaufen. Je nach Geschwindigkeit könnte die "Sevmorput" dann am frühen Freitagmorgen den Fehmarnbelt erreichen. Wie die dänische Marine bestätigt, wird der Frachter von den Streitkräften Dänemarks bei der Reise beobachtet.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert die Fahrt. "Von einem Atomreaktor geht immer ein Gefahrenpotential aus. Einerseits durch den Reaktor selbst, der im laufenden Betrieb viele gefährliche kurzlebige radioaktive Stoffe produziert, aber auch im abgeschalteten Zustand, weil dann hochradioaktive langlebige Stoffe eine Million Jahre von der Biospähre getrennt werden müssen. Das kann bei einem Unfall auf See sicher nicht gewährleistet werden", so Atom-Experte Heinz Smital von Greenpeace.

Atom-Frachter hat 5000 Tonnen Fisch für St. Petersburg an Bord

Die hohe Geschwindigkeit hat der rote Frachter allein mit Hilfe seines kraftvollen KLT40-Kernreaktors erzeugt. Das 135 Megawatt-Kraftwerk im Rumpf der "Sevmorput" ist ein Druckwasserreaktor mit bis zu 270 Brennelementen. Nur als Notantrieb und für die Sicherstellung der Kühlkreisläufe verfügt die vor 31 Jahren in Dienst gestellte "Sevmorput" noch über Dieselgeneratoren.

Die 200 Container mit insgesamt 5000 Tonnen Fisch transportiert der Atom-Frachter im Auftrag der dänischen Reederei Maersk. Die Dänen sind einer der wichtigsten Container-Kunden des Hafens von St. Petersburg. Für den Transport von Kühlcontainern auf der Route via Suez-Kanal benötigen die klassischen Containerschiffe jedoch mehr als vier bis fünf Wochen. Die knapp 12.000 Seemeilen lange Nord-Ost-Passage am Nordpol benötigt die Hälfte der Zeit.

Maersk Line nutzt den Atom-Frachter

Im September 2018 hatte Maersk bereits einmal die Nord-Ost-Passage getestet. Damals wurde der in China gebaute Frachter "Venta Maersk" mit Kühlcontainern auf diesem Weg von Kamschatka in die Ostsee geschickt. Der Frachter hatte die Strecke in 31 Tagen mit 660 Containern bewältigt.

Die "Sevmorput" stellt jetzt aber eine ganz andere Dimension des Transports dar. Der Frachter kann Dank seines Atomantriebs mit sehr hoher Geschwindigkeit den Weg über das Polarmeer nehmen und auch bis einem Meter dickes Eis brechen. Der sibirische Seeweg ist mit etwa 13000 Kilometern gut 8000 Kilometer kürzer als der Seeweg via Suezkanal.

Weitere Atom-Schiffe geplant

Der Einsatz von Schiffen mit Atom-Antrieb soll nach Angaben aus Russland noch weiter ausgebaut werden. Für die staatliche Reederei Rosatom sind in St. Petersburg drei neue Eisbrecher mit Atomantrieb bis 2024 in Bau. Drei weitere Kolosse sollen bis 2030 folgen.

Diese Eisbrecher sollen für die Nord-Ost-Passage eingesetzt werden und dort Handelsschiffe eskortieren. Die erst in diesem Jahr neue eingerichtete Verkehrsverwaltung für diesen russischen Seeweg will das Transportaufkommen dort von heute 20 Millionen Tonnen auf mindestens 80 Millionen Tonnen 2024 steigern.

Durch die Nord-Ost-Passage werden besonders Rohöl, LNG, Nickel und Kohle als Massengut befördert. Die "Sevmorput" ist jetzt der erste Frachter im regelmäßigen Containertransport. 

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